ATLAS

Glossar der digitalen Gesundheitswirtschaft

313 Begriffe, kurz erklärt

Dieses Glossar erklärt Fachbegriffe der digitalen Gesundheitswirtschaft aus Informatik, Recht, Betriebswirtschaft und Medizin — von „Deep Learning“ über „Telematikinfrastruktur“ bis „Real World Evidence“. Grundlage ist das Glossar des ATLAS Digitale Gesundheitswirtschaft mit 318 Begriffen; einige sind hier zusammengefasst, sodass 313 Einträge in 10 Themen entstehen. Die Erklärungen sind gekürzt und sprachlich überarbeitet. Wo eine Definition veraltet, zu eng oder fehlerhaft war, ist sie berichtigt; die Anmerkungen am Ende der Seite nennen jede dieser Stellen. Die Erklärungen sind Begriffsklärungen, keine Studienergebnisse.

In den Kursen sind diese Begriffe im Text gepunktet unterstrichen. Ein Klick oder Tipp darauf zeigt die Erklärung.

0–9

3D-Druck
Additives Fertigungsverfahren: Ein Drucker baut nach einem Computermodell ein dreidimensionales Objekt Schicht für Schicht auf, etwa aus Kunststoff, Metall oder Gummi. So entstehen auch komplexe Formen, von Bauteilen bis zu fertigen Produkten, in der Medizin zum Beispiel individuell angepasste Implantate, Prothesenteile oder Modelle für die Planung einer Operation.

Thema: Robotik, Sensorik, Medizintechnik und 3D-Druck

4D-Druck
Weiterentwicklung des 3D-Drucks, bei der die Zeit als vierte Dimension hinzukommt: Die gedruckten Materialien verändern nach dem Druck ihre Form oder bewegen sich, wenn sie auf einen Reiz wie Wasser oder Wärme treffen. Vorgestellt wurde das Verfahren 2013; es ist bis heute vor allem ein Forschungsgebiet.

Thema: Robotik, Sensorik, Medizintechnik und 3D-Druck

5G
Fünfte Generation des Mobilfunks. Sie bietet höhere Datenraten und deutlich kürzere Verzögerungszeiten (Latenz) als ihre Vorgänger und kann sehr viele Geräte gleichzeitig verbinden. Damit wird sie interessant für vernetzte Medizingeräte, für Telemedizin oder für die Verbindung von Rettungswagen und Klinik. In Deutschland ist 5G seit 2019 in Betrieb.

Thema: Daten, Vernetzung und Infrastruktur

A

Abakus
Rechenbrett aus dem Altertum; moderne Formen bestehen aus einem Rahmen mit Stäben, auf denen Kugeln verschoben werden. Mit ihm lassen sich alle vier Grundrechenarten ausführen.

Thema: Robotik, Sensorik, Medizintechnik und 3D-Druck

Accelerator
Meist zeitlich begrenztes Programm, das junge Unternehmen in ihrer Entwicklung beschleunigen soll, etwa mit Workshops, Mentorinnen und Mentoren und Kontakten zu Investoren.

Thema: Markt, Management und Innovation

Add-on
Erweiterung einer Software oder Hardware um zusätzliche Funktionen, etwa ein Browser-Zusatz, der Werbung blockiert. In der Medizin ergänzt eine Add-on-Therapie eine bestehende Basistherapie.

Thema: Markt, Management und Innovation

Adipositas
Starkes Übergewicht, von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Krankheit eingestuft. Gemessen wird es meist mit dem Body-Mass-Index (BMI): Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch das Quadrat der Körpergröße in Metern. Ab einem BMI von 30 spricht man von Adipositas. Der BMI misst den Körperfettanteil nicht selbst, er ist nur eine einfache Näherung. Adipositas geht mit einem höheren Risiko für chronische Erkrankungen wie Diabetes mellitus einher.

Thema: Krankheitsbilder und Medizin

Advanced Nursing Practice (ANP)
Erweiterte Pflegepraxis: Pflegefachpersonen mit vertiefter, meist akademischer Qualifikation übernehmen auf Grundlage evidenzbasierter Praxis zusätzliche Aufgaben und Verantwortung, etwa in der Versorgung chronisch Kranker, in der Beratung oder als Fürsprecherinnen und Fürsprecher ihrer Patientinnen und Patienten.

Thema: Pflege und Versorgungsprozesse

Agiles Projektmanagement
Projektarbeit in kurzen Schritten, die sich laufend an neue Erkenntnisse anpasst, statt einem festen Plan von Anfang bis Ende zu folgen. Enge Abstimmung im Team und regelmäßige Rückmeldung der Nutzer gehören dazu. Bekannte Methoden sind Scrum und Kanban; auch Design Thinking wird oft dazugezählt. Gedacht ist das Vorgehen für komplexe, unsichere Vorhaben.

Thema: Markt, Management und Innovation

Aktigrafie
Messung der körperlichen Aktivität über Tage oder Wochen mit einem am Körper getragenen Bewegungssensor, etwa am Handgelenk. Das Aktivitätsprofil hilft vor allem in der Schlafmedizin, den Schlaf-Wach-Rhythmus einzuschätzen.

Thema: Robotik, Sensorik, Medizintechnik und 3D-Druck

Aktive Prothesen
Prothesen, die verlorene Funktionen zurückgeben sollen, bei der Hand etwa das Greifen. Man unterscheidet Eigenkraftprothesen, bei denen Seilzüge Schulter- oder Armbewegungen auf die Prothese übertragen, und Fremdkraftprothesen mit Motor und Akku, zu denen die myoelektrischen Prothesen gehören.

Thema: Robotik, Sensorik, Medizintechnik und 3D-Druck

Aktivitätsplan
Visuelle Alltagshilfe, etwa für Menschen mit Autismus: Eine Folge von Bildern oder Fotos zeigt Schritt für Schritt, welche Handlungen nacheinander anstehen. So lassen sich Abläufe lernen und die Selbstständigkeit fördern, besonders bei Kindern.

Thema: Pflege und Versorgungsprozesse

Aktorik
Die Technik der Aktoren: Bauteile, die Steuersignale in Bewegung oder eine andere physikalische Wirkung umsetzen, etwa Elektromotoren oder Ventile. Aktoren sind das Gegenstück zu Sensoren: Sensoren messen, Aktoren handeln. Auch Druckköpfe, die kleine Flüssigkeitsmengen gezielt abgeben, sind Aktoren — vom Tintenstrahldrucker bis zum Biodrucker, der lebende Zellen aufträgt.

Thema: Robotik, Sensorik, Medizintechnik und 3D-Druck

Algorithmus
Eine eindeutig festgelegte Folge von Schritten, mit der sich ein Problem lösen lässt. Algorithmen sind die Grundlage jeder Programmierung. Auch Alltägliches folgt diesem Muster: die Berechnung des Body-Mass-Index (BMI), eine Gebrauchsanweisung oder Spielregeln.

Thema: Künstliche Intelligenz und Datenanalyse

Ambient Assisted Living (AAL)
Technische Assistenzsysteme in der Wohnung, die älteren, behinderten oder pflegebedürftigen Menschen ein selbstbestimmtes Leben zu Hause erleichtern sollen: von sensorgesteuerter Beleuchtung über Sturzsensoren und die Überwachung von Vitalwerten bis zum Hausnotruf, der im Notfall Hilfe alarmiert.

Thema: Pflege und Versorgungsprozesse

Ambivalenz
Gleichzeitiges Bestehen positiver und negativer Einstellungen gegenüber derselben Sache, etwa der Wunsch, mit dem Rauchen aufzuhören, und die Sorge davor. Sie kann aus widersprüchlichen Überzeugungen oder aus einem Konflikt zwischen Gefühl und Verstand entstehen und spielt bei Verhaltensänderungen eine wichtige Rolle.

Thema: Gesundheitskompetenz, Prävention und Verhalten

Anomalie
Abweichung vom Üblichen oder Erwarteten; in der Medizin auch eine Fehlbildung. In der Datenanalyse sind Anomalien auffällige Werte, die aus dem Muster fallen. Diagnostik und Screening suchen gezielt nach ihnen, um Erkrankungen früh zu erkennen.

Thema: Künstliche Intelligenz und Datenanalyse

Antikoagulation
Hemmung der Blutgerinnung mit Medikamenten (Antikoagulanzien), um Blutgerinnsel zu verhindern oder zu behandeln, etwa bei Thrombosen oder bei Herzrhythmusstörungen wie dem Vorhofflimmern, die das Risiko für einen Schlaganfall erhöhen.

Thema: Krankheitsbilder und Medizin

Augmented Reality (AR, erweiterte Realität)
Die reale Umgebung bleibt sichtbar und wird um digitale Informationen ergänzt, etwa um eingeblendete Bilder, Texte oder Töne über eine Datenbrille oder ein Tablet. Chirurginnen und Chirurgen können sich so zum Beispiel Bilddaten direkt ins Sichtfeld legen lassen.

Thema: Robotik, Sensorik, Medizintechnik und 3D-Druck

Autismus-Spektrum-Störung (ASS)
Entwicklungsstörung des Nervensystems, die vor allem die soziale Interaktion und Kommunikation betrifft und mit sich wiederholenden Verhaltensweisen und festen Interessen einhergeht. Die ICD-10 unterscheidet noch frühkindlichen Autismus, Asperger-Syndrom und atypischen Autismus. Die ICD-11 der Weltgesundheitsorganisation, international seit 1. Januar 2022 in Kraft, fasst sie zu einer Diagnose zusammen (Code 6A02), weil sich die Formen in der Praxis schwer trennen lassen. In Deutschland wird bis zur Einführung der ICD-11 noch nach der ICD-10-GM kodiert.

Thema: Krankheitsbilder und Medizin

Autonomie
Im technischen Sinn die Selbstständigkeit eines Systems: Ein autonomer Roboter reagiert ohne ständige Steuerung durch Menschen auf seine Umgebung. Zwischen vollständiger Fernsteuerung und voller Selbststeuerung gibt es viele Abstufungen.

Thema: Robotik, Sensorik, Medizintechnik und 3D-Druck

B

Best Practices
Bewährte Verfahren und Vorgehensweisen, die in der Praxis besonders gute Ergebnisse gebracht haben und anderen als Vorbild dienen. Ob ein Verfahren auch in einer anderen Einrichtung die gewünschten Ziele erreicht, muss dort durch fortlaufende Beobachtung und Bewertung geprüft werden.

Thema: Markt, Management und Innovation

Bias (Verzerrung)
Systematischer Fehler, durch den ein Ergebnis vom wahren Wert abweicht, zum Beispiel wegen der Auswahl der Teilnehmenden (Selection Bias) oder fehlerhaft erhobener Daten (Information Bias, etwa durch falsche Zuordnung zu einer Gruppe). Anders als ein Zufallsfehler verschwindet ein Bias nicht mit einer größeren Stichprobe. Auch KI-Systeme übernehmen Verzerrungen aus ihren Trainingsdaten.

Thema: Künstliche Intelligenz und Datenanalyse

Big Data
Datenmengen, die so groß, vielfältig oder schnell veränderlich sind, dass herkömmliche Verfahren sie nicht mehr bewältigen. Quellen sind zum Beispiel Smartphones, Aktivitätstracker und andere vernetzte Geräte. Beschrieben wird Big Data oft mit fünf Merkmalen: Menge, Vielfalt, Geschwindigkeit, Veränderlichkeit und Verlässlichkeit der Daten.

Thema: Künstliche Intelligenz und Datenanalyse

Bioink (Biotinte)
Druckmaterial für das Bioprinting, das lebende Zellen enthält, meist eingebettet in ein Gel, das sie schützt und versorgt.

Thema: Robotik, Sensorik, Medizintechnik und 3D-Druck

Biomarker
Objektiv messbares Merkmal, das einen biologischen Vorgang, einen Krankheitszustand oder die Reaktion auf eine Behandlung anzeigt, etwa ein Blutwert wie das Troponin beim Herzinfarkt.

Thema: Robotik, Sensorik, Medizintechnik und 3D-Druck

Bionic robotic devices (bionische Robotiksysteme)
Technische Systeme, die Funktionen von Lebewesen nachahmen oder verstärken; sie verbinden Robotik, Künstliche Intelligenz, Werkstoffkunde und Biomechanik. In der Medizin gehören Prothesen und Exoskelette dazu, die Beweglichkeit wiederherstellen sollen. Bionische Gliedmaßen können zum Beispiel elektrische Signale der Muskeln auswerten und daraus fein abgestimmte Bewegungen steuern.

Thema: Robotik, Sensorik, Medizintechnik und 3D-Druck

Bioprinting (Biodruck)
3D-Druck mit lebenden Zellen: Bioink wird Schicht für Schicht zu Gewebestrukturen aufgebaut. Ziel sind etwa Hautersatz und Gewebemodelle für die Arzneimittelforschung; ganze Organe für die Transplantation sind ein langfristiges Forschungsziel.

Thema: Robotik, Sensorik, Medizintechnik und 3D-Druck

Blockbuster-Medikamente
Arzneimittel mit einem Umsatz von mehr als einer Milliarde US-Dollar im Jahr. Weil die Entwicklung neuer Medikamente teuer ist und oft scheitert, hängt der Erfolg vieler Pharmaunternehmen an wenigen solchen Produkten.

Thema: Markt, Management und Innovation

Blockchain
Dezentrale digitale Datenbank, in der Einträge in Blöcken gespeichert und kryptografisch miteinander verkettet werden. Weil viele Beteiligte eine Kopie führen, lässt sich ein einmal gespeicherter Eintrag kaum unbemerkt ändern. Diskutiert wird der Einsatz etwa für die Rückverfolgung von Arzneimittel-Lieferketten oder für die Freigabe von Gesundheitsdaten.

Thema: Daten, Vernetzung und Infrastruktur

Blog
Häufig aktualisierte Internetseite, auf der eine oder mehrere Personen Beiträge veröffentlichen, meist mit dem neuesten Beitrag oben. Eine einheitliche Definition gibt es nicht. Auch der ATLAS veröffentlicht seine Beiträge in dieser Form.

Thema: Telemedizin, Apps und digitale Versorgung

Bluetooth
Funkstandard für den kabellosen Datenaustausch über kurze Strecken, etwa zwischen Smartphone und Blutzuckermessgerät oder Fitnessarmband. Die Reichweite liegt meist bei einigen Metern, je nach Geräteklasse bei bis zu etwa 100 Metern. Der Standard stammt aus den 1990er-Jahren und steckt heute in fast jedem Smartphone.

Thema: Daten, Vernetzung und Infrastruktur

Bottleneck-Analyse (Engpassanalyse)
Suche nach der Stelle in einem Ablauf, die die Leistung des ganzen Prozesses begrenzt, etwa ein einzelnes Gerät, auf das alle warten. Wer den Engpass kennt, kann mit einer gezielten Änderung an dieser Stelle den gesamten Ablauf beschleunigen.

Thema: Markt, Management und Innovation

Bottom-up-Ansatz
Vorgehen „von unten nach oben“: Zuerst werden Teilaufgaben oder Einzelfragen bearbeitet und dann schrittweise zu einem Ganzen zusammengefügt; der Gegensatz ist das Top-down-Vorgehen vom Allgemeinen zum Konkreten. In Organisationen meint Bottom-up auch Veränderungen, die von den Beschäftigten ausgehen statt von der Leitung.

Thema: Markt, Management und Innovation

Brain-Computer-Interface (BCI, Gehirn-Computer-Schnittstelle)
Technik, die Hirnaktivität misst und in Steuerbefehle für einen Computer, eine Prothese oder einen Roboterarm übersetzt. Die Signale werden entweder von außen über die Kopfhaut abgeleitet, etwa per EEG, oder über Elektroden, die ins Gehirn eingesetzt werden. Gedanken im eigentlichen Sinn liest ein BCI nicht; es erkennt Aktivitätsmuster, die es zuvor zu deuten gelernt hat. Genutzt wird die Technik vor allem bei Menschen mit schweren Lähmungen.

Thema: Robotik, Sensorik, Medizintechnik und 3D-Druck

Bundesärztekammer (BÄK)
Arbeitsgemeinschaft der 17 Landesärztekammern und damit Spitzenorganisation der ärztlichen Selbstverwaltung in Deutschland. Sie vertritt die berufspolitischen Interessen der Ärzteschaft, bringt sich in die Gesundheitspolitik ein und erarbeitet einheitliche Regeln, etwa die Musterberufsordnung, und Vorgaben zur Qualitätssicherung. Ihre Hauptversammlung ist der jährliche Deutsche Ärztetag.

Thema: Recht, Regulierung und Institutionen

C

CE-Kennzeichnung
Kennzeichen, mit dem der Hersteller erklärt, dass sein Produkt die europäischen Anforderungen an Sicherheit sowie Gesundheits- und Umweltschutz erfüllt. Ein Gütesiegel einer Behörde ist es nicht: Der Hersteller bringt es selbst an, nachdem er das vorgeschriebene Konformitätsbewertungsverfahren durchlaufen hat, bei Medizinprodukten höherer Risikoklassen gemeinsam mit einer Benannten Stelle. Ohne CE-Kennzeichnung darf ein Medizinprodukt in der EU in der Regel nicht vertrieben werden.

Thema: Recht, Regulierung und Institutionen

Chronische Krankheiten
Lang andauernde, oft nicht oder nur schwer heilbare Erkrankungen, die mit wechselnder Ausprägung meist dauerhaft bestehen, vor allem Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, chronische Lungenerkrankungen, Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems, psychische Erkrankungen und Diabetes mellitus. Sie kommen weltweit vor, längst nicht nur in Industrieländern, und beeinträchtigen Lebensqualität, Arbeitsfähigkeit und Lebenserwartung. Für die Gesundheitsausgaben sind sie besonders bedeutsam.

Thema: Krankheitsbilder und Medizin

Closed-Loop-System (geschlossener Regelkreis)
System, das einen Zielwert selbsttätig erreicht und hält: Es misst den Ist-Zustand, vergleicht ihn mit dem Sollwert und steuert aus der Abweichung nach. Das bekannteste medizinische Beispiel ist die automatisierte Insulinabgabe, bei der ein Glukosesensor und eine Insulinpumpe über einen Algorithmus zusammenarbeiten; bei den meisten Systemen geben die Nutzerinnen und Nutzer Mahlzeiten noch selbst an (hybrider Regelkreis).

Thema: Robotik, Sensorik, Medizintechnik und 3D-Druck

Cloud Computing
Bereitstellung von IT-Ressourcen wie Rechenleistung, Speicher oder Anwendungen über das Internet, abgerechnet nach Nutzung. Die Ressourcen stammen aus einem gemeinsamen Pool des Anbieters und werden über festgelegte technische Schnittstellen angesprochen. Nach der Art der Leistung unterscheidet man die drei folgenden Servicemodelle.

Thema: Daten, Vernetzung und Infrastruktur

Community Health Nursing (CHN)
Berufsfeld, in dem hochschulisch qualifizierte Pflegefachpersonen in der Primärversorgung einer Gemeinde oder eines Stadtteils arbeiten: als erste Ansprechpersonen, die etwa die Versorgung chronisch Kranker koordinieren und Gesundheitsförderung und Prävention vor Ort stärken. In Deutschland ist das Berufsbild noch jung.

Thema: Pflege und Versorgungsprozesse

Compliance
Zwei Bedeutungen: In Unternehmen und Einrichtungen die Einhaltung von Gesetzen, Regeln und Standards. In der Medizin die Therapietreue, also wie weit Patientinnen und Patienten ärztliche Empfehlungen befolgen. Für die zweite Bedeutung wird heute oft der Begriff Therapieadhärenz vorgezogen, weil er die gemeinsam vereinbarte Behandlung betont.

Thema: Recht, Regulierung und Institutionen

Contract Manufacturing Organizations (CMO)
Auch Contract Development and Manufacturing Organizations (CDMO): Unternehmen, die im Auftrag der Pharmaindustrie Arzneimittel entwickeln und herstellen, bis zur kommerziellen Produktion. Auftraggeber können so ihre Produktionskapazität erhöhen, ohne eigene Anlagen und festes Personal aufzubauen.

Thema: Markt, Management und Innovation

Contract Research Organizations (CRO)
Dienstleistungsunternehmen, die im Auftrag von Pharma-, Biotechnologie- oder Medizintechnikunternehmen klinische Studien und andere Forschungsleistungen durchführen. Die Auftraggeber müssen dafür kein eigenes, festes Personal vorhalten.

Thema: Markt, Management und Innovation

Convolutional Neural Networks (CNN)
Neuronale Netze, die besonders für Bilder gebaut sind: Kleine Filter wandern über das Bild und erkennen zuerst Kanten, dann Formen, dann ganze Strukturen. Viele Anwendungen der medizinischen Bildauswertung beruhen auf ihnen. Meist werden sie überwacht trainiert, also mit Bildern, deren richtige Einordnung vorab bekannt ist.

Thema: Künstliche Intelligenz und Datenanalyse

Corporate Social Responsibility (CSR)
Verantwortung von Unternehmen für die gesellschaftlichen Folgen ihres Handelns, sozial, ökologisch und ökonomisch, über das eigentliche Geschäft hinaus. Beispiele sind sparsamer Umgang mit Ressourcen, Verantwortung für die Lieferkette und faire Geschäftspraktiken.

Thema: Markt, Management und Innovation

Crowdsourcing
Auslagerung von Aufgaben an eine große, meist offene Gruppe von Menschen („crowd“), häufig über das Internet. Im Innovationsmanagement holt ein Unternehmen so Wissen von außen in die eigene Entwicklung. Ein Beispiel aus der Pharmaforschung: Beiträge in Patientenforen werden per Textanalyse (Text Mining) nach unerfüllten medizinischen Bedürfnissen durchsucht.

Thema: Künstliche Intelligenz und Datenanalyse

Cuffless blood monitoring (manschettenlose Blutdruckmessung)
Im Englischen meist „cuffless blood pressure monitoring“: Armbänder, Uhren oder Smartphones schätzen den Blutdruck ohne Manschette, meist aus optischen Sensorsignalen am Finger oder Handgelenk. Wie genau solche Schätzungen sind, ist noch Gegenstand der Forschung; viele Geräte müssen regelmäßig mit einer herkömmlichen Messung mit Manschette abgeglichen (kalibriert) werden.

Thema: Telemedizin, Apps und digitale Versorgung

Cybersicherheit
Schutz von Systemen, Netzen und Daten vor Angriffen über das Internet. Der Begriff reicht über die klassische Informationssicherheit hinaus: Er schließt die Menschen ein, die Ziel eines Angriffs werden oder ihn unwissentlich ermöglichen, etwa durch das Öffnen einer präparierten E-Mail. Im Gesundheitswesen geht es dabei auch um die Sicherheit von Patientinnen und Patienten.

Thema: Daten, Vernetzung und Infrastruktur

D

Data Mining
Suche nach Mustern und Strukturen in großen, komplexen Datensätzen. Zwei Aufgaben lassen sich unterscheiden: Modelle bilden, die den ganzen Datensatz beschreiben (ähnlich der statistischen Modellierung), und einzelne auffällige Muster finden, etwa Anomalien oder kleine örtliche Häufungen.

Thema: Künstliche Intelligenz und Datenanalyse

Data Pre-Processing (Datenvorverarbeitung)
Aufbereitung von Rohdaten, bevor ein Algorithmus sie nutzen kann: Dubletten und Widersprüche entfernen, fehlende Werte behandeln, Daten umwandeln oder kodieren. Daten aus dem Versorgungsalltag sind selten ohne diesen Schritt verwertbar; er gehört deshalb zu jeder KI-Entwicklung.

Thema: Künstliche Intelligenz und Datenanalyse

Data Science
Fachgebiet an der Schnittstelle von Statistik, Informatik und dem jeweiligen Anwendungsfach. Es nutzt wissenschaftliche Methoden, Algorithmen und IT-Systeme, um aus strukturierten Daten (etwa Tabellen) und unstrukturierten Daten (etwa Freitext oder Bildern) Wissen zu gewinnen.

Thema: Künstliche Intelligenz und Datenanalyse

Datenintegration
Zusammenführen von Daten aus verschiedenen Quellen, zum Beispiel aus mehreren Datenbanksystemen, zu einem einheitlichen Bestand mit gemeinsamer Sicht.

Thema: Daten, Vernetzung und Infrastruktur

Datenintegrationszentren
Einrichtungen an Universitätskliniken, die Daten aus Versorgung und Forschung zusammenführen, vereinheitlichen und für Forschungsprojekte über Standorte hinweg nutzbar machen, darunter strukturierte Daten, Freitexte und Genomdaten. Aufgebaut wurden sie im Rahmen der Medizininformatik-Initiative des Bundesforschungsministeriums.

Thema: Daten, Vernetzung und Infrastruktur

Datenschutz-Grundverordnung der Europäischen Union (DSGVO)
EU-Verordnung, die regelt, wie personenbezogene Daten verarbeitet werden dürfen, und die in allen Mitgliedstaaten unmittelbar gilt; anzuwenden ist sie seit dem 25. Mai 2018. Jede Verarbeitung braucht eine Rechtsgrundlage. Die Einwilligung der betroffenen Person ist eine davon, daneben etwa ein Vertrag, eine gesetzliche Pflicht oder ein berechtigtes Interesse. Gesundheitsdaten gehören zu den besonders geschützten Daten, für die zusätzliche Voraussetzungen gelten. Eine erteilte Einwilligung lässt sich jederzeit widerrufen.

Thema: Recht, Regulierung und Institutionen

Decoder (Dekodierer)
Gerät oder Programm, das codierte Signale oder Daten in eine nutzbare Form zurückverwandelt, etwa eine komprimierte MP3-Datei in hörbaren Klang.

Thema: Robotik, Sensorik, Medizintechnik und 3D-Druck

Deep Learning
Maschinelles Lernen mit neuronalen Netzen aus vielen hintereinandergeschalteten Schichten („tief“). Jede Schicht verdichtet die Eingaben weiter; so finden die Netze auch in sehr umfangreichen Daten wie Bildern oder Sprache Muster. Deep-Learning-Modelle brauchen dafür in der Regel mehr Trainingsdaten und mehr Rechenleistung als einfachere Verfahren des maschinellen Lernens.

Thema: Künstliche Intelligenz und Datenanalyse

Dekubitus (Druckgeschwür)
Schädigung von Haut und darunterliegendem Gewebe durch anhaltenden Druck, der die Durchblutung unterbricht, typisch bei bettlägerigen Menschen. Unterschieden werden vier Schweregrade: von einer Hautrötung, die auf Fingerdruck nicht verblasst, bis zum vollständigen Gewebeverlust, bei dem Knochen oder Sehnen freiliegen.

Thema: Pflege und Versorgungsprozesse

Demokratisierte Medizin
Stärkere Mitwirkung und Mitbestimmung von Patientinnen und Patienten: Sie arbeiten mit allen Beteiligten an ihrer Versorgung zusammen und entscheiden über ihre Gesundheit wesentlich mit, etwa weil sie Zugang zu ihren Daten und zu verständlichen Informationen haben.

Thema: Forschung, Evidenz und Gesundheitsökonomie

Design Thinking
Iterativer Ansatz, in dem Teams zuerst die Nutzerinnen und Nutzer verstehen, das Problem neu fassen, Ideen entwickeln und diese früh als Prototyp testen. Beschrieben wird er meist in fünf oder sechs Phasen. Er eignet sich besonders für Probleme, die noch unscharf umrissen sind.

Thema: Markt, Management und Innovation

DiGA-Verzeichnis
Liste des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) mit allen DiGA, die verordnet werden können. Aufgenommen wird eine Anwendung nach Prüfung von Sicherheit, Funktionstauglichkeit, Qualität, Datenschutz und Datensicherheit; das BfArM entscheidet innerhalb von drei Monaten. Fehlen noch Studienergebnisse zu positiven Versorgungseffekten, kann eine DiGA vorläufig zur Erprobung aufgenommen werden: für bis zu zwölf Monate, einmal um höchstens zwölf Monate verlängerbar. Legt der Hersteller bis dahin keine ausreichenden Ergebnisse vor, wird die DiGA wieder gestrichen.

Thema: Telemedizin, Apps und digitale Versorgung

Digital Hubs
Digitale Knotenpunkte, an denen Start-ups, mittelständische Unternehmen und Forschungseinrichtungen zusammenkommen, um gemeinsam neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln und wirtschaftliches, technisches und wissenschaftliches Wissen auszutauschen.

Thema: Daten, Vernetzung und Infrastruktur

Digital Legacy (digitales Erbe)
Alle digitalen Spuren, die nach dem Tod eines Menschen bleiben, etwa Profile in sozialen Netzwerken, Fotos, Videos oder Blogs. In der Palliativversorgung gestalten Menschen ihr digitales Erbe auch bewusst, etwa mit Botschaften für Angehörige.

Thema: Markt, Management und Innovation

Digital Legacy Conference
Internationale, gemeinnützige Konferenz zum digitalen Erbe, initiiert von der Digital Legacy Association. Dort tauschen sich vor allem Fachleute und Betroffene aus der Palliativversorgung aus.

Thema: Markt, Management und Innovation

Digitale Biomarker
Biomarker, die mit digitalen Geräten wie Smartphone oder Wearable erfasst werden: Bewegungsverhalten, Sprechweise, Schlaf-Wach-Rhythmus oder Tippgeschwindigkeit. Sie lassen sich ohne Eingriff in den Körper und über lange Zeit im Alltag erheben, außerhalb von Praxis und Klinik.

Thema: Robotik, Sensorik, Medizintechnik und 3D-Druck

Digitale Epidemiologie
Die Epidemiologie untersucht, wie häufig Krankheiten auftreten, welche Ursachen sie haben und wie sie sich ausbreiten. Die digitale Epidemiologie nutzt dafür Daten, die außerhalb des Gesundheitswesens und ursprünglich zu anderen Zwecken entstehen, etwa Suchanfragen, Beiträge in sozialen Medien oder Daten von Wearables.

Thema: Forschung, Evidenz und Gesundheitsökonomie

Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA)
„App auf Rezept“: ein Medizinprodukt, dessen Hauptfunktion auf digitaler Technik beruht und das Erkrankten hilft, etwa bei Depression, Tinnitus oder Rückenschmerzen. Grundlage ist das Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG), in Kraft seit 19. Dezember 2019. Ärztinnen, Ärzte und Psychotherapeutinnen können DiGA verordnen, die Krankenkassen erstatten sie; mit passender Diagnose können Versicherte sie auch direkt bei ihrer Kasse beantragen. Genutzt werden DiGA auf Smartphone, Tablet oder im Browser.

Thema: Telemedizin, Apps und digitale Versorgung

Digitale Pflegeanwendung (DiPA)
Das Gegenstück zur DiGA für die Pflege: Apps oder Webanwendungen, die Pflegebedürftigen helfen, ihre Selbstständigkeit zu erhalten, etwa mit Gedächtnistraining bei Demenz, oder die die Pflege durch Angehörige unterstützen. Eingeführt wurden DiPA mit dem Digitale-Versorgung-und-Pflege-Modernisierungs-Gesetz (DVPMG), in Kraft seit 9. Juni 2021. Bezahlt werden sie von der Pflegeversicherung; geprüft und gelistet werden sie wie DiGA vom BfArM.

Thema: Telemedizin, Apps und digitale Versorgung

Digitale Pflegedokumentation
Elektronische Form der Pflegedokumentation: Stammdaten, Vitalwerte, Pflegeplanung, Maßnahmen und Ziele werden in einem IT-System erfasst statt auf Papier, oft direkt beim Pflegebedürftigen über mobile Geräte wie Tablets oder Smartphones. Die Daten lassen sich dann auch mit anderen Systemen und Einrichtungen teilen.

Thema: Pflege und Versorgungsprozesse

Digitale Progressionsmarker
Mit digitalen Werkzeugen wie Apps oder Wearables erhobene Merkmale, die anzeigen, wie eine Erkrankung fortschreitet und was diesen Verlauf beeinflusst. Hoffnungen richten sich besonders auf die Erforschung komplexer Erkrankungen wie der Demenz und seltener Erkrankungen.

Thema: Robotik, Sensorik, Medizintechnik und 3D-Druck

Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG)
In Kraft seit 19. Dezember 2019. Es führte die „App auf Rezept“ ein: Digitale Gesundheitsanwendungen, die das BfArM geprüft hat, können zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnet werden. Außerdem verpflichtete es Apotheken und Krankenhäuser, sich an die Telematikinfrastruktur anzuschließen, und erweiterte die Möglichkeiten der Videosprechstunde.

Thema: Recht, Regulierung und Institutionen

Digitale-Versorgung-und-Pflege-Modernisierungs-Gesetz (DVPMG)
Offiziell „Gesetz zur digitalen Modernisierung von Versorgung und Pflege“, in Kraft seit 9. Juni 2021. Es baut auf dem DVG und dem Patientendaten-Schutz-Gesetz (PDSG) auf: Es führte die digitalen Pflegeanwendungen (DiPA) als Leistung der Pflegeversicherung ein, schuf die Grundlage für den Anschluss der Pflege an die Telematikinfrastruktur und erweiterte elektronische Patientenakte, E-Rezept und Fernbehandlung.

Thema: Recht, Regulierung und Institutionen

Digitaler Impfpass
Digitale Fassung des Impfausweises, als Medizinisches Informationsobjekt für die ePA festgelegt. Impfungen bleiben so auch bei einem Arztwechsel abrufbar.

Thema: Daten, Vernetzung und Infrastruktur

Digitaler Mutterpass
Digitale Fassung des Mutterpasses, inhaltlich deckungsgleich mit dem gedruckten Heft und ebenfalls als Medizinisches Informationsobjekt für die ePA festgelegt. Untersuchungen und Befunde der Schwangerschaft sollen so für die Schwangere und ihre Frauenärztin jederzeit abrufbar sein. Die Nutzung ist freiwillig.

Thema: Daten, Vernetzung und Infrastruktur

Digitaler Zwilling
Digitales Abbild eines realen Objekts, Prozesses oder Menschen, das über Sensordaten mit dem Original verbunden bleibt und sich mit ihm verändert. In der Industrie ist das Prinzip verbreitet; in der Medizin werden etwa digitale Modelle des Herzens entwickelt, an denen sich ein Eingriff durchspielen lässt, bevor er am Menschen stattfindet.

Thema: Robotik, Sensorik, Medizintechnik und 3D-Druck

Digitales Self-Tracking
Digitale Selbstvermessung: Menschen zeichnen mit Apps und Geräten Daten ihres Alltags auf, etwa Schritte, Schlaf, Ernährung oder Stimmung, um sich selbst zu beobachten oder zu verbessern. Der Begriff wird oft gleichbedeutend mit Quantified Self oder Lifelogging gebraucht.

Thema: Telemedizin, Apps und digitale Versorgung

Disability-adjusted life years (DALY)
Maß für die Krankheitslast einer Bevölkerung: die Summe der Lebensjahre, die durch vorzeitigen Tod verloren gehen (years of life lost, YLL), und der Jahre, die mit Krankheit oder Behinderung gelebt werden (years lived with disability, YLD), gewichtet nach der Schwere der Einschränkung. Ein DALY entspricht einem verlorenen gesunden Lebensjahr.

Thema: Forschung, Evidenz und Gesundheitsökonomie

Disease-Management-Programme (DMP)
Strukturierte Behandlungsprogramme der gesetzlichen Krankenkassen für Menschen mit bestimmten chronischen Erkrankungen, etwa Diabetes, koronarer Herzkrankheit, Asthma, COPD oder Brustkrebs. Regelmäßige Termine, abgestimmte Untersuchungen und Schulungen sollen Komplikationen, Krankenhausaufenthalten und Folgeschäden vorbeugen und die Lebensqualität erhalten. Die Teilnahme ist freiwillig.

Thema: Recht, Regulierung und Institutionen

Distribution
Vertrieb von Produkten vom Anbieter zu den Kunden, einschließlich der Entscheidungen über Vertriebswege und verkaufsfördernde Maßnahmen.

Thema: Markt, Management und Innovation

Diversifizierungsstrategie
Wachstumsstrategie, bei der ein Unternehmen mit neuen Produkten neue Märkte erschließt, um Risiken zu streuen und Gewinnchancen zu verbessern.

Thema: Markt, Management und Innovation

Drohne
Unbemanntes Luftfahrzeug, das ferngesteuert oder selbstständig fliegt. Im Gesundheitswesen werden Drohnen erprobt, um eilige Güter wie Laborproben, Medikamente oder Defibrillatoren schnell zu transportieren.

Thema: Robotik, Sensorik, Medizintechnik und 3D-Druck

E

E-Health-Gesetz
„Gesetz für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen“, in Kraft seit 29. Dezember 2015. Es legte einen Fahrplan für den Aufbau der Telematikinfrastruktur und die Einführung erster digitaler Anwendungen fest, darunter das Versichertenstammdatenmanagement und die Videosprechstunde.

Thema: Recht, Regulierung und Institutionen

E-Kinderuntersuchungsheft
Digitale Fassung des gelben Kinderuntersuchungshefts („U-Heft“) mit den Ergebnissen der zehn Früherkennungsuntersuchungen von der U1 bis zur U9 einschließlich U7a, ebenfalls als Medizinisches Informationsobjekt festgelegt und freiwillig. Für Mutterpass und U-Heft war die Aufnahme in die ePA ursprünglich ab 2022 geplant; wann sie im Alltag nutzbar sind, hängt vom weiteren Ausbau der ePA ab.

Thema: Daten, Vernetzung und Infrastruktur

E-Rezept
Elektronische Verordnung von Arzneimitteln. Die Praxis stellt das Rezept digital aus und signiert es; eingelöst wird es in der Apotheke mit der eGK, per App oder mit einem ausgedruckten Code. Die gesetzliche Grundlage schuf das Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV), in Kraft seit 16. August 2019. Seit dem 1. Januar 2024 müssen Praxen verschreibungspflichtige Arzneimittel für gesetzlich Versicherte elektronisch verordnen; ausgenommen sind unter anderem Betäubungsmittel.

Thema: Daten, Vernetzung und Infrastruktur

eHealth Literacy (digitale Gesundheitskompetenz)
Gesundheitskompetenz im Digitalen: Gesundheitsinformationen im Internet, in sozialen Medien und in Apps finden, einschätzen und nutzen sowie digitale Gesundheitsanwendungen sicher bedienen. Sie verbindet Gesundheitswissen mit technischen Fähigkeiten und wird mit jeder neuen digitalen Anwendung wichtiger.

Thema: Gesundheitskompetenz, Prävention und Verhalten

Elektrodermale Aktivität
Veränderungen der elektrischen Leitfähigkeit der Haut. Bei Anspannung oder starken Gefühlen schwitzt die Haut mehr, ihr Widerstand sinkt, ihre Leitfähigkeit steigt. Wearables und Forschung nutzen solche Messungen, um Stress oder Erregung abzuschätzen.

Thema: Robotik, Sensorik, Medizintechnik und 3D-Druck

Elektroenzephalografie und Elektroenzephalogramm (EEG)
Die Elektroenzephalografie misst mit Elektroden auf der Kopfhaut die elektrische Aktivität des Gehirns, ohne Eingriff in den Körper; die aufgezeichnete Kurve heißt Elektroenzephalogramm. Das Verfahren ist weit verbreitet und zeitlich sehr genau: Es erfasst Veränderungen im Bereich von Millisekunden. Genutzt wird es etwa bei Epilepsie, bei Hirnschädigungen, in der Schlafmedizin und in der Hirntoddiagnostik.

Thema: Robotik, Sensorik, Medizintechnik und 3D-Druck

Elektronische Diabetesakte (eDA)
Digitale, strukturierte Dokumentation der Behandlungsdaten von Menschen mit Diabetes, gedacht als Erweiterung der elektronischen Patientenakte. Sie soll das Versorgungsmanagement verbessern und die Daten für ein Diabetesregister liefern.

Thema: Daten, Vernetzung und Infrastruktur

Elektronische Gesundheitsakte (eGA)
Von Patientinnen und Patienten selbst geführte Gesundheitsakte (englisch personal health record), in der Daten aus Behandlungen ebenso liegen wie selbst dokumentierte oder selbst gemessene Werte. Früher wurde sie von der ePA abgegrenzt, die Leistungserbringer führen. Für Deutschland passt diese Trennung nicht mehr: Die gesetzliche ePA ist versichertengeführt und nimmt auch eigene Dokumente der Versicherten auf.

Thema: Daten, Vernetzung und Infrastruktur

Elektronische Gesundheitskarte (eGK)
Chipkarte der gesetzlich Versicherten mit Lichtbild. Pflichtangaben sind die Versichertenstammdaten wie Name, Geburtsdatum, Anschrift, Versichertennummer und Versichertenstatus; freiwillig lassen sich Notfalldaten und ein elektronischer Medikationsplan speichern. Befunde liegen nicht auf der Karte, sie gehören in die elektronische Patientenakte. Die eGK löste die am 1. Januar 1995 eingeführte Krankenversichertenkarte schrittweise ab; seit 2015 gilt nur noch die eGK.

Thema: Daten, Vernetzung und Infrastruktur

Elektronische Patientenakte (ePA)
Digitale Akte, in der Befunde, Arztbriefe, Medikationsdaten und weitere Gesundheitsinformationen aus verschiedenen Einrichtungen zusammenlaufen. In Deutschland ist sie versichertengeführt: Versicherte entscheiden, wer zugreifen darf, und können eigene Dokumente einstellen. Seit 2021 gab es sie auf Antrag; als „ePA für alle“ wird sie seit 2025 für alle gesetzlich Versicherten angelegt, die nicht widersprechen. Bundesweit startete diese Fassung am 29. April 2025; seit dem 1. Oktober 2025 sind Ärztinnen, Ärzte und weitere Leistungserbringer verpflichtet, sie zu nutzen.

Thema: Daten, Vernetzung und Infrastruktur

Elektronischer Heilberufsausweis (eHBA)
Persönlicher Ausweis mit Chip für Angehörige der Heilberufe, etwa Ärztinnen, Psychotherapeuten oder Apothekerinnen. Mit ihm melden sie sich in der Telematikinfrastruktur an und unterschreiben elektronische Dokumente wie Arztbriefe oder E-Rezepte rechtsgültig (qualifizierte elektronische Signatur).

Thema: Daten, Vernetzung und Infrastruktur

Elektronisches Diabetesregister
Zentrale Sammlung strukturierter Behandlungsdaten von Menschen mit Diabetes. Aus den Daten des Versorgungsalltags sollen Erkenntnisse für die Bedarfs- und Behandlungsplanung entstehen, bis hin zu Therapien, die stärker auf den einzelnen Menschen abgestimmt sind.

Thema: Daten, Vernetzung und Infrastruktur

Endoprothetik
Fachgebiet von Orthopädie und Unfallchirurgie, das zerstörte Gelenke durch künstliche Gelenke (Endoprothesen) ersetzt, am häufigsten Knie und Hüfte. Ziele sind weniger Schmerzen und mehr Beweglichkeit.

Thema: Krankheitsbilder und Medizin

Entlassmanagement
Gesetzlich vorgeschriebene Aufgabe von Krankenhäusern, den Übergang nach dem Klinikaufenthalt zu organisieren, etwa die Anschlussbehandlung, die Versorgung mit Arznei- und Hilfsmitteln oder den Wechsel in eine Pflegeeinrichtung. Das Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) von 2020 fördert unter anderem Patientenportale für ein digitales Aufnahme-, Entlass- und Überleitungsmanagement.

Thema: Pflege und Versorgungsprozesse

Evidenzbasierte Medizin (EbM)
Ansatz, medizinische Entscheidungen auf die besten verfügbaren Forschungsergebnisse zu stützen und diese mit der eigenen klinischen Erfahrung sowie den Wünschen und Werten der Patientin oder des Patienten zu verbinden.

Thema: Forschung, Evidenz und Gesundheitsökonomie

Exergaming
Bewegungsbasierte Computerspiele (von englisch exercise und gaming), bei denen der Körper das Spiel steuert. In Prävention und Therapie werden sie genutzt, um Kraft, Gleichgewicht und Beweglichkeit zu trainieren.

Thema: Telemedizin, Apps und digitale Versorgung

Exoskelett
Äußeres Stützgerüst am Körper. Klassische Exoskelette sind Schienen, die Körperregionen stabilisieren, entlasten oder führen. Technische Exoskelette haben Motoren und Akkus und unterstützen Bewegungen bis hin zum Gehen, etwa in der Rehabilitation nach einem Schlaganfall. In der Pflege sollen sie außerdem den Rücken beim Heben entlasten.

Thema: Robotik, Sensorik, Medizintechnik und 3D-Druck

F

Feature
Zwei Bedeutungen: In der Produktentwicklung eine einzelne Funktion eines Produkts. In der Datenanalyse ein messbares Merkmal der beobachteten Fälle, etwa Alter oder Blutdruck, mit dem ein Modell rechnet.

Thema: Markt, Management und Innovation

Femtech
Technologien für die Gesundheit von Frauen, etwa Apps und Geräte rund um Menstruation, Fruchtbarkeit, Schwangerschaft oder Wechseljahre. Sie können auch Unterschiede zwischen den Geschlechtern bei Erkrankungen gezielt berücksichtigen.

Thema: Telemedizin, Apps und digitale Versorgung

Fernbehandlungsverbot
Frühere Regel des ärztlichen Berufsrechts, nach der Ärztinnen und Ärzte nicht ausschließlich über Kommunikationsmedien beraten oder behandeln durften. Der 121. Deutsche Ärztetag in Erfurt lockerte sie 2018: Nach § 7 Abs. 4 der Musterberufsordnung (MBO-Ä) ist eine ausschließliche Fernbehandlung erlaubt, wenn sie ärztlich vertretbar ist, die gebotene Sorgfalt gewahrt bleibt und die Patientin oder der Patient über die Besonderheiten aufgeklärt wird. Verbindlich wird die Regel über die Berufsordnungen der Landesärztekammern.

Thema: Telemedizin, Apps und digitale Versorgung

Filament
Fadenförmiges Druckmaterial, meist aus Kunststoff, das viele 3D-Drucker schmelzen und schichtweise ablegen.

Thema: Robotik, Sensorik, Medizintechnik und 3D-Druck

Food and Drug Administration (FDA)
Behörde des US-Gesundheitsministeriums, die in den USA Arzneimittel, biologische Produkte und Medizinprodukte zulässt und überwacht, außerdem Lebensmittel, Kosmetika und strahlenaussendende Produkte, gleich ob sie dort hergestellt oder eingeführt werden.

Thema: Recht, Regulierung und Institutionen

Frühgeborene
Kinder, die vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche zur Welt kommen; eine Schwangerschaft dauert regulär etwa 40 Wochen. Unabhängig vom Geburtstermin werden Neugeborene außerdem nach ihrem Geburtsgewicht eingeteilt: extrem niedriges Geburtsgewicht unter 1.000 Gramm, sehr niedriges unter 1.500 Gramm und niedriges unter 2.500 Gramm. Die größten Risiken für Frühgeborene gehen von noch unreifen Organen aus, vor allem von Lunge und Gehirn.

Thema: Pflege und Versorgungsprozesse

G

Gamification
Einsatz spieltypischer Elemente wie Punkte, Fortschrittsanzeigen, Ranglisten oder Belohnungen in spielfremden Zusammenhängen, etwa in einer Gesundheits-App. Ziel ist, die Motivation zu stärken und Verhalten zu verändern.

Thema: Telemedizin, Apps und digitale Versorgung

Gastrointestinal
Den Magen-Darm-Trakt betreffend, der im weiteren Sinn vom Mund bis zum After reicht. Ein Beispiel für eine gastrointestinale Erkrankung ist das Reizdarmsyndrom.

Thema: Krankheitsbilder und Medizin

gematik
Die gematik GmbH wurde 2005 als Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte gegründet, um die elektronische Gesundheitskarte einzuführen. Heute verantwortet sie die Telematikinfrastruktur: Sie legt die technischen Standards fest und lässt Komponenten und Dienste zu, damit alle Beteiligten Daten sicher und über Sektorengrenzen hinweg austauschen können.

Thema: Daten, Vernetzung und Infrastruktur

Gendermedizin (geschlechtersensible Medizin)
Medizin, die biologische und soziale Unterschiede zwischen den Geschlechtern berücksichtigt: Krankheiten zeigen sich unterschiedlich, etwa ein Herzinfarkt bei Frauen häufiger mit untypischen Beschwerden, und Arzneimittel wirken unterschiedlich. Frauen waren in der Forschung lange unterrepräsentiert. Über die Unterscheidung zweier Geschlechter hinaus kann Gendermedizin alle Geschlechter einbeziehen.

Thema: Forschung, Evidenz und Gesundheitsökonomie

Genotyp
Gesamtheit der Erbanlagen eines Organismus, also seiner Gene und ihrer Varianten (Allele). Er bestimmt manche Eigenschaften wie die Blutgruppe unmittelbar, prägt zusammen mit Umwelteinflüssen den Phänotyp und kann die Anlage für eine Erbkrankheit enthalten. Die Genotypisierung analysiert ihn.

Thema: Forschung, Evidenz und Gesundheitsökonomie

Gerontechnologie
Forschungsfeld zu Technik für ältere Menschen, oft verstanden als Menschen ab 65 Jahren. Es untersucht, wie Ältere Technik nutzen und annehmen und welche Rolle dabei erlebte Kompetenz, Zweck und Akzeptanz spielen, und entwickelt Technik, die Selbstständigkeit, Alltag und Teilhabe im Alter unterstützt.

Thema: Pflege und Versorgungsprozesse

Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV)
Gesetz vom 9. August 2019, in Kraft seit 16. August 2019. Anlass waren Skandale wie die gestreckten Krebsmedikamente einer Apotheke in Bottrop und der Handel mit gestohlenen Arzneimitteln im Fall Lunapharm. Das Gesetz verschärfte die Aufsicht über Hersteller und Apotheken, änderte Regeln für die Rabattverträge der Krankenkassen und schuf die Grundlage für das E-Rezept.

Thema: Recht, Regulierung und Institutionen

Gesundheits-Apps
Unscharfer Sammelbegriff für Apps rund um die Gesundheit. Meist sind Apps gemeint, die der Gesunderhaltung dienen, etwa indem sie Bewegung oder Schlaf automatisch erfassen, also vor allem in Prävention und Gesundheitsförderung. Medizin-Apps als Untergruppe richten sich an Erkrankte in der Versorgung oder an Fachleute wie Ärztinnen und Pflegekräfte.

Thema: Telemedizin, Apps und digitale Versorgung

Gesundheitsausgaben
Ausgaben für Güter, Dienstleistungen und Investitionen, die der Gesundheit dienen: für Vorbeugung, Behandlung, Rehabilitation und Pflege. Ihr Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) gilt als Maß für die wirtschaftliche Bedeutung des Gesundheitswesens.

Thema: Forschung, Evidenz und Gesundheitsökonomie

Gesundheitsdaten
Alle Informationen über den Gesundheitszustand einer Person, etwa Diagnosen, Krankengeschichte, Impfstatus oder eine Patientenverfügung. Die Datenschutz-Grundverordnung zählt sie zu den besonders geschützten Kategorien personenbezogener Daten; verarbeitet werden dürfen sie nur unter strengen Voraussetzungen.

Thema: Daten, Vernetzung und Infrastruktur

Gewebematrix
Gerüst, das Gewebe stützt und formt. Im Körper übernimmt diese Aufgabe die extrazelluläre Matrix, das Geflecht aus Kollagen und elastischen Fasern zwischen den Zellen. In der Medizin werden künstliche oder aufbereitete Gewebematrizes eingesetzt, etwa beim Wiederaufbau der Brust nach einer Krebsoperation, um die Muskulatur zu verlängern und ein Implantat abzustützen.

Thema: Robotik, Sensorik, Medizintechnik und 3D-Druck

GKV-Spitzenverband
Spitzenverband der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen, tätig seit 2008. Als Körperschaft des öffentlichen Rechts unter Aufsicht des Bundesministeriums für Gesundheit gestaltet er die Rahmenbedingungen der Versorgung, etwa Verträge und Vergütungen mit den Leistungserbringern, und vertritt die Kassen im Gemeinsamen Bundesausschuss. Seine Entscheidungen gelten für alle Kranken- und Pflegekassen.

Thema: Recht, Regulierung und Institutionen

Glaukom (Grüner Star)
Gruppe von Augenerkrankungen, bei denen der Sehnerv geschädigt wird. Das Gesichtsfeld engt sich nach und nach ein, bis hin zur Erblindung. Wichtigster Risikofaktor ist ein erhöhter Augeninnendruck; ein Glaukom kann aber auch bei normalem Druck entstehen. Behandelt wird mit drucksenkenden Augentropfen, Laser oder Operation.

Thema: Krankheitsbilder und Medizin

H

Head Mounted Display (HMD)
Am Kopf getragene Anzeige, die digitale Inhalte direkt vor die Augen bringt, als Brille für beide Augen (binokular) oder als Anzeige vor einem Auge (monokular). Viele HMD haben eine Kamera, sodass das Gesehene gefilmt und geteilt werden kann.

Thema: Robotik, Sensorik, Medizintechnik und 3D-Druck

Health Communication (Gesundheitskommunikation)
Forschungs- und Praxisfeld zwischen Gesundheits- und Kommunikationswissenschaft. Es untersucht, wie über Gesundheit und Krankheit kommuniziert wird, von gezielten Aufklärungskampagnen bis zu unbeabsichtigten Wirkungen etwa in sozialen Medien, und wie Kommunikation Gesundheit, Versorgung und Gesundheitsförderung verbessern kann.

Thema: Gesundheitskompetenz, Prävention und Verhalten

Health Impact Assessment (HIA, Gesundheitsfolgenabschätzung)
Abschätzung, wie sich politische Vorhaben, Programme oder Projekte, auch außerhalb des Gesundheitswesens, etwa in Bildung, Verkehr oder Arbeit, auf die Gesundheit einer Bevölkerung und einzelner Gruppen auswirken. Die Ergebnisse sollen als Empfehlungen in die Entscheidung einfließen.

Thema: Forschung, Evidenz und Gesundheitsökonomie

Health Literacy (Gesundheitskompetenz)
Fähigkeit, Gesundheitsinformationen zu finden, zu verstehen, zu beurteilen und im Alltag anzuwenden, um gute Entscheidungen für die eigene Gesundheit zu treffen. In der Gesundheitsförderung meint sie mehr als aufgeklärtes Handeln: Wissen und Fähigkeiten sollen helfen, sich im Alltag bewusst mit der eigenen Gesundheit auseinanderzusetzen.

Thema: Gesundheitskompetenz, Prävention und Verhalten

Health Technology Assessment (HTA)
Systematische, transparente Bewertung einer Gesundheitstechnologie, etwa eines Arzneimittels, Medizinprodukts oder Verfahrens: Nutzen und Schaden, Kosten, oft auch ethische, soziale, rechtliche und organisatorische Folgen, jeweils im Vergleich mit den Alternativen. HTA-Berichte fassen die verfügbare Evidenz zusammen und bewerten sie kritisch, um Entscheidungen etwa über die Erstattung zu unterstützen. In Deutschland erstellt unter anderem das IQWiG solche Bewertungen.

Thema: Forschung, Evidenz und Gesundheitsökonomie

Heat-Map (Wärmekarte)
Grafik, in der Werte als Farben erscheinen, meist in einem Raster oder auf einer Landkarte: Je kräftiger die Farbe, desto höher der Wert. So lassen sich große Datenmengen auf einen Blick erfassen. Häufig werden ähnliche Zeilen und Spalten dabei gruppiert (geclustert), damit Muster hervortreten.

Thema: Künstliche Intelligenz und Datenanalyse

Hochfrequenz-Oszillationen (HFO)
Kurze Ereignisse in der Hirnstromkurve (EEG oder Magnetenzephalografie), bei denen mindestens vier Schwingungen mit mehr als 80 Hertz deutlich aus dem Hintergrund herausstechen. Unterschieden werden Ripples (80 bis 250 Hertz), Fast Ripples (250 bis 500 Hertz) und Very Fast Ripples (über 500 Hertz). In der Epilepsiediagnostik werden sie als Hinweis auf die Hirnregionen untersucht, von denen Anfälle ausgehen.

Thema: Krankheitsbilder und Medizin

Holistic Health Record
Vorschlag für eine ganzheitliche Gesundheitsakte, die über die elektronische Patientenakte hinausgeht: Daten aus Behandlung, Labor, Wearables oder den Lebensumständen werden verknüpft, um mit Big-Data-Analysen ein vollständigeres Bild von Gesundheit und Krankheit zu gewinnen und Prävention, Therapie und Rehabilitation besser zu planen.

Thema: Daten, Vernetzung und Infrastruktur

Hologramm
Dreidimensionales Bild, das mit kohärentem Laserlicht aufgezeichnet und wiedergegeben wird. Anders als ein Foto speichert es auch die Tiefeninformation, sodass sich das Bild je nach Blickwinkel verändert.

Thema: Robotik, Sensorik, Medizintechnik und 3D-Druck

Homöostase
Die Fähigkeit des Körpers, lebenswichtige Größen wie Körpertemperatur, pH-Wert, Hormonspiegel oder Blutdruck trotz äußerer Veränderungen in einem stabilen Gleichgewicht zu halten, gesteuert über Regelkreise.

Thema: Krankheitsbilder und Medizin

I

Immersion
Das Eintauchen in eine künstliche Umgebung, bis hin zu dem Gefühl, sich tatsächlich in ihr zu befinden. Immersive Technologien wie VR und AR erzeugen es mit Brillen oder Headsets, die Sinneseindrücke ganz oder teilweise ersetzen.

Thema: Robotik, Sensorik, Medizintechnik und 3D-Druck

Implantable
In den Körper eingesetztes Gerät, das Vitalwerte oder andere Gesundheitsdaten misst, Signale sendet oder Medikamente abgibt, etwa ein Herzschrittmacher oder ein Mikrochip. Eingesetzt wird es von Fachleuten; die Daten lassen sich oft aus der Ferne auslesen.

Thema: Robotik, Sensorik, Medizintechnik und 3D-Druck

In vitro
„Im Glas“: Untersuchungen und Versuche außerhalb eines lebenden Organismus, etwa an Zellen im Reagenzglas oder in der Petrischale.

Thema: Forschung, Evidenz und Gesundheitsökonomie

In vivo
„Im Lebenden“: Untersuchungen und Versuche am lebenden Organismus, etwa an Mäusen im Labor oder in Studien am Menschen. So lassen sich die Reaktionen des ganzen Organismus erfassen.

Thema: Forschung, Evidenz und Gesundheitsökonomie

In-vitro-Fertilisation (IVF)
Künstliche Befruchtung außerhalb des Körpers: Eizellen und Samenzellen werden im Labor zusammengebracht; entsteht daraus ein Embryo, wird er in die Gebärmutter übertragen. IVF ist eine Möglichkeit bei unerfülltem Kinderwunsch.

Thema: Forschung, Evidenz und Gesundheitsökonomie

Indexerkrankung
Die Erkrankung, die im Mittelpunkt einer Behandlung oder Untersuchung steht. Weitere Erkrankungen derselben Person heißen im Verhältnis zu ihr Begleiterkrankungen (Komorbiditäten), gleich ob sie aus der Indexerkrankung hervorgehen oder nicht.

Thema: Pflege und Versorgungsprozesse

Individualisierung
Zuschnitt von Angeboten auf die Bedürfnisse einzelner Menschen, erleichtert durch Digitalisierung und Vernetzung. In der Versorgung kann das bedeuten, dass Behandlungen stärker an die einzelne Person angepasst werden, auch auf Grundlage von Daten, die Patientinnen und Patienten selbst erheben und teilen.

Thema: Forschung, Evidenz und Gesundheitsökonomie

Infrastructure as a Service (IaaS)
Der Anbieter stellt die Grundausstattung bereit: Server, Speicher und Netzwerk. Betriebssystem und Anwendungen richtet der Kunde selbst ein.

Thema: Daten, Vernetzung und Infrastruktur

Inkrementell
Schrittweise und aufeinander aufbauend (lateinisch incrementum = Zuwachs). Eine inkrementelle Innovation verbessert Bestehendes in kleinen Schritten, anders als eine radikale Neuerung.

Thema: Markt, Management und Innovation

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
Unabhängiges wissenschaftliches Institut, gegründet 2004 und getragen von einer gemeinnützigen Stiftung. Im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses oder des Bundesgesundheitsministeriums bewertet es Vor- und Nachteile medizinischer Leistungen, etwa neuer Arzneimittel. Auf der Seite gesundheitsinformation.de stellt es verständliche Informationen für Bürgerinnen und Bürger bereit.

Thema: Recht, Regulierung und Institutionen

Insulin
Hormon, das in den Betazellen der Bauchspeicheldrüse gebildet wird und dafür sorgt, dass Zucker (Glukose) aus dem Blut in die Körperzellen gelangt, wo er zur Energiegewinnung dient. Fehlt Insulin oder wirkt es nicht ausreichend, steigt der Blutzucker.

Thema: Krankheitsbilder und Medizin

InsurTech
Kunstwort aus insurance und technology: Versicherungsangebote, die Datenanalyse, Sensoren, Wearables und Smartphone-Daten nutzen, um Tarife auf einzelne Lebensrisiken zuzuschneiden und Abläufe wie Vertragsabschluss und Schadenregulierung zu automatisieren. Auch junge Unternehmen dieses Bereichs werden so genannt.

Thema: Markt, Management und Innovation

Inter- und Intra-Beobachter-Variabilität
Abweichungen zwischen den Urteilen verschiedener Personen, die dasselbe beurteilen (inter), oder derselben Person zu verschiedenen Zeitpunkten (intra), etwa wenn zwei Radiologinnen dasselbe Röntgenbild unterschiedlich befunden. Je geringer die Variabilität, desto zuverlässiger (reliabler) ist ein Verfahren.

Thema: Forschung, Evidenz und Gesundheitsökonomie

Internet of Medical Things (IoMT)
Das Internet der Dinge im Gesundheitswesen: vernetzte Medizingeräte, Sensoren und Gesundheitsdienste, die Daten untereinander und mit Behandelnden austauschen. Ein Beispiel ist eine Smartwatch, die mit ihrem Pulssensor den Herzrhythmus überwacht.

Thema: Daten, Vernetzung und Infrastruktur

Internet of Things (IoT)
„Internet der Dinge“: Alltagsgegenstände mit Sensoren und Internetanschluss, die Daten senden, empfangen und verarbeiten und dadurch selbsttätig auf ihre Umgebung reagieren, etwa vernetzte Lampen oder Heizungsregler.

Thema: Daten, Vernetzung und Infrastruktur

Interoperabilität
Fähigkeit verschiedener Systeme, Daten auszutauschen und gleich zu verstehen, auch wenn sie von unterschiedlichen Herstellern stammen. Unterschieden werden mehrere Ebenen: Die technische sorgt dafür, dass Daten überhaupt ankommen, die syntaktische für ein gemeinsames Format und die semantische für eine gemeinsame Bedeutung, etwa durch einheitliche Codes für Diagnosen und Befunde.

Thema: Daten, Vernetzung und Infrastruktur

Intervention
In der Medizin jede vorbeugende oder behandelnde Maßnahme, von Medikamenten über Operationen bis zu Beratung oder Therapie (lateinisch intervenire = dazwischentreten). In Studien ist die Intervention das, was untersucht wird.

Thema: Forschung, Evidenz und Gesundheitsökonomie

Intrapreneurship
Unternehmerisches Handeln von Beschäftigten innerhalb eines bestehenden Unternehmens. Intrapreneure denken über die Grenzen ihrer Abteilung hinaus und treiben neue Ideen voran.

Thema: Markt, Management und Innovation

Inzidenz
Zahl der Neuerkrankungen in einer festgelegten Bevölkerung in einem bestimmten Zeitraum, zum Beispiel je 100.000 Menschen und Jahr. Aus ihr lässt sich abschätzen, wie hoch das Risiko ist, in diesem Zeitraum neu zu erkranken.

Thema: Forschung, Evidenz und Gesundheitsökonomie

Irreversibel
Unumkehrbar. Eine irreversible Erkrankung oder Schädigung lässt sich weder durch den Körper selbst noch medizinisch rückgängig machen; eine Behandlung kann ihr Fortschreiten allenfalls verlangsamen oder, bei manchen Erkrankungen, aufhalten. Bei der Alzheimer-Demenz etwa lässt sich das Fortschreiten mit heutigen Behandlungen allenfalls verlangsamen.

Thema: Krankheitsbilder und Medizin

K

Kalibrierung
Abgleich eines Messgeräts mit einem Referenzwert, um festzustellen, wie weit seine Anzeige vom richtigen Wert abweicht. Das anschließende Anpassen heißt fachsprachlich Justieren; im Alltag wird beides oft Kalibrieren genannt. Bei Geräten, die Vitalwerte messen, kann eine fehlerhafte Kalibrierung unmittelbare gesundheitliche Folgen haben.

Thema: Robotik, Sensorik, Medizintechnik und 3D-Druck

Kapselendoskopie
Untersuchung des Verdauungstrakts mit einer schluckbaren Videokapsel, etwa 26 Millimeter lang und 11 Millimeter dick, mit Kamera, Lichtquelle und Sender. Auf ihrem Weg nimmt sie Bilder auf, vor allem vom Dünndarm, den herkömmliche Endoskope schwer erreichen, und funkt sie an ein Aufzeichnungsgerät. Einen Schlauch braucht sie nicht; Gewebeproben entnehmen kann sie aber auch nicht.

Thema: Robotik, Sensorik, Medizintechnik und 3D-Druck

KMU (kleine und mittlere Unternehmen)
Nach der Empfehlung der EU-Kommission gehört ein Unternehmen zu den KMU, wenn es weniger als 250 Beschäftigte hat und zusätzlich entweder höchstens 50 Millionen Euro Jahresumsatz oder höchstens 43 Millionen Euro Bilanzsumme aufweist. Bei Unternehmen, die zu einer Gruppe gehören, zählt auch die Beteiligungsstruktur. Die Einstufung entscheidet unter anderem über den Zugang zu Förderprogrammen.

Thema: Markt, Management und Innovation

Komorbidität
Begleiterkrankung, die zusätzlich zu einer Indexerkrankung besteht, etwa eine Angststörung neben einer Depression oder ein Diabetes mellitus neben einem Prostatakrebs. Der Begriff geht auf den US-Mediziner Alvan Feinstein zurück, der 1970 die Bedeutung zusätzlicher Diagnosen bei chronischen Krankheiten beschrieb. Die Erkrankungen haben jeweils ihren eigenen Verlauf, können sich aber gegenseitig verstärken.

Thema: Pflege und Versorgungsprozesse

Kompressionsthese
Annahme, formuliert 1980 von dem US-Mediziner James Fries, dass Menschen mit steigender Lebenserwartung länger gesund bleiben und sich schwere Krankheit auf die letzten Lebensjahre zusammendrängt. Die Ausgaben für Gesundheit stiegen dann weniger stark, als die Alterung der Bevölkerung vermuten lässt.

Thema: Forschung, Evidenz und Gesundheitsökonomie

Konformitätsbewertungsverfahren
Pflichtverfahren, in dem vor dem Inverkehrbringen geprüft wird, ob ein Medizinprodukt die gesetzlichen Sicherheits- und Leistungsanforderungen erfüllt. Der Hersteller legt das in einer technischen Dokumentation dar. Ab Risikoklasse IIa wird eine Benannte Stelle hinzugezogen, eine unabhängige, staatlich benannte Prüforganisation; bei Produkten der Klasse I bewertet der Hersteller die Konformität in der Regel selbst. Besonders diskutiert wird das Verfahren bei medizinischer Software wie Apps.

Thema: Recht, Regulierung und Institutionen

Kontingenztafel (Kreuztabelle)
Tabelle, die zeigt, wie oft Kombinationen von Merkmalsausprägungen vorkommen, zum Beispiel wie viele Rauchende und Nichtrauchende jeweils erkrankt sind oder nicht. An ihr lässt sich ablesen, ob zwei Merkmale zusammenhängen; diesen Zusammenhang nennt die Statistik Kontingenz. Die Häufigkeiten stehen absolut oder als Anteile in der Tabelle.

Thema: Künstliche Intelligenz und Datenanalyse

Kontrahierungszwang
Gesetzliche Pflicht, ein Vertragsangebot anzunehmen. Gesetzliche Krankenkassen müssen jede Person aufnehmen, die die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt, und dürfen niemanden wegen einer Krankheit oder seines Alters ablehnen. Private Krankenversicherungen unterliegen dem Kontrahierungszwang nur im Basistarif.

Thema: Recht, Regulierung und Institutionen

Korrelation
Maß für den Zusammenhang zweier Merkmale. Bei einer positiven Korrelation gehen hohe Werte des einen mit hohen Werten des anderen einher, bei einer negativen mit niedrigen. Der gebräuchliche Korrelationskoeffizient nach Pearson erfasst lineare Zusammenhänge. Auf Ursache und Wirkung lässt eine Korrelation allein nicht schließen.

Thema: Künstliche Intelligenz und Datenanalyse

Krankenhausinformationssystem (KIS)
Gesamtheit der Informations- und Kommunikationssysteme eines Krankenhauses, mit denen medizinische und administrative Daten erfasst, gespeichert, bearbeitet und allen Berechtigten zugänglich gemacht werden. Das KIS soll Abläufe effizienter machen, Informationen aktuell halten und die Anbindung an die Telematikinfrastruktur ermöglichen.

Thema: Daten, Vernetzung und Infrastruktur

Krankheitskosten
Kosten, die durch Krankheit entstehen. Direkte Kosten fallen für Behandlung, Arzneimittel und Pflege an; indirekte Kosten entstehen der Volkswirtschaft durch Arbeitsunfähigkeit, Erwerbsminderung oder vorzeitigen Tod; intangible Kosten sind Belastungen, die sich nicht in Geld messen lassen, wie Schmerz oder der Verlust an Lebensqualität.

Thema: Forschung, Evidenz und Gesundheitsökonomie

Kryptowährung
Digitales Zahlungsmittel ohne Bank oder Zentralbank: Überweisungen werden in einer Blockchain aufgezeichnet und kryptografisch abgesichert. Bekannte Beispiele sind Bitcoin und Ether. Diskutiert wird auch der selbsttätige Zahlungsverkehr zwischen vernetzten Geräten (Machine-to-Machine).

Thema: Daten, Vernetzung und Infrastruktur

Künstliche Intelligenz (KI)
Sammelbegriff für Computersysteme, die Aufgaben lösen, für die Menschen ihre Intelligenz einsetzen: Muster erkennen, Sprache verstehen, Entscheidungen vorbereiten. Viele heutige KI-Systeme lernen dazu aus großen Datenbeständen. In der Radiologie etwa kann KI Ärztinnen und Ärzte beim Befunden unterstützen, indem sie auf Auffälligkeiten in Bildern hinweist.

Thema: Künstliche Intelligenz und Datenanalyse

L

Laparoskopie (Bauchspiegelung)
Untersuchung und Behandlung von Organen im Bauch- und Beckenraum mit einem Endoskop, einem schlanken optischen Instrument, das über kleine Hautschnitte eingeführt wird. Über weitere kleine Schnitte lassen sich im selben Eingriff Operationen ausführen, etwa Verwachsungen lösen; man spricht von minimalinvasiver Chirurgie.

Thema: Krankheitsbilder und Medizin

Lean Management
Managementansatz, ursprünglich aus der Autoindustrie, der Abläufe schlank gestalten will: Verschwendung vermeiden, Wege und Wartezeiten verkürzen, Fehler vermeiden und dabei die Qualität halten. Im Krankenhaus wird er etwa auf Abläufe in Notaufnahme oder Operationssaal übertragen.

Thema: Markt, Management und Innovation

Lock-in-Effekt
Situation, in der Kundinnen und Kunden an einen Anbieter gebunden sind, weil ein Wechsel hohe Kosten oder großen Aufwand verursachen würde, etwa wenn Daten nur im Format eines Herstellers vorliegen. Für Anbieter sichert der Effekt wiederkehrende Einnahmen; für Krankenhäuser und Praxen ist er ein wichtiges Argument für offene Schnittstellen.

Thema: Markt, Management und Innovation

M

Machine Learning (maschinelles Lernen)
Teilgebiet der KI. Statt fester Regeln erhält ein Algorithmus Beispieldaten und leitet daraus selbst ein Modell ab, mit dem er neue Fälle einordnet oder Vorhersagen trifft. Das Lernen verläuft schrittweise (iterativ): Das Modell wird so lange angepasst, bis es die Beispieldaten gut genug wiedergibt.

Thema: Künstliche Intelligenz und Datenanalyse

Major-Amputationen
Amputationen oberhalb des Sprunggelenks oder oberhalb des Handgelenks, etwa eine Unterschenkelamputation. Amputationen unterhalb dieser Grenzen, etwa von Zehen, heißen Minor-Amputationen. Nach einer Major-Amputation soll meist eine Prothese die Mobilität wiederherstellen.

Thema: Krankheitsbilder und Medizin

Manchester Triage System (MTS)
Verbreitetes Verfahren zur Ersteinschätzung in der Notaufnahme, entwickelt im britischen Manchester. Pflegekräfte oder Ärztinnen ordnen jede ankommende Person anhand festgelegter Leitfragen einer von fünf Dringlichkeitsstufen zu, gekennzeichnet mit Farben von Rot (sofort) bis Blau (nicht dringend); jede Stufe hat eine höchste Wartezeit bis zum ärztlichen Kontakt. So werden die Dringendsten zuerst behandelt, gerade wenn die Notaufnahme überfüllt ist. Das MTS ist ein Triage-Verfahren unter mehreren, nicht die Triage schlechthin.

Thema: Pflege und Versorgungsprozesse

Marktsättigung
Kennzahl dafür, wie weit ein Markt schon ausgeschöpft ist: Marktvolumen geteilt durch Marktpotenzial, mal 100. Bei 100 Prozent ist der Markt gesättigt; neue Produkte lassen sich dann nur noch schwer absetzen.

Thema: Markt, Management und Innovation

Marktzulassung
Behördliche Erlaubnis, ein Produkt in Verkehr zu bringen. Ein Arzneimittel wird zugelassen, wenn die Unterlagen zur pharmazeutischen Qualität und die klinischen Prüfungen zu Wirksamkeit und Unbedenklichkeit die Behörde überzeugt haben. In der EU erteilt die Europäische Kommission die Zulassung im zentralen Verfahren nach Bewertung durch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA); nationale Zulassungen erteilen in Deutschland das BfArM und das Paul-Ehrlich-Institut. In den USA ist die Food and Drug Administration zuständig. Medizinprodukte brauchen dagegen keine behördliche Zulassung, sondern eine CE-Kennzeichnung.

Thema: Recht, Regulierung und Institutionen

Medikalisierungsthese
Gegenthese zur Kompressionsthese: Mit steigender Lebenserwartung leben Menschen länger mit chronischen Krankheiten und Mehrfacherkrankungen, sodass die Ausgaben für ihre Versorgung mit der Alterung der Bevölkerung weiter steigen.

Thema: Forschung, Evidenz und Gesundheitsökonomie

Medizinische Informationsobjekte (MIO)
Festgelegte Formate für medizinische Informationen, damit jedes System sie gleich lesen kann. Das Konzept stammt von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), die die MIO gemeinsam mit der mio42 GmbH entwickelt. Festgelegt sind unter anderem Impfpass, Mutterpass, Kinderuntersuchungsheft und Zahnbonusheft.

Thema: Daten, Vernetzung und Infrastruktur

Medizinprodukt
Produkt mit medizinischer Zweckbestimmung, das beim Menschen angewendet wird und, anders als ein Arzneimittel, hauptsächlich physikalisch wirkt: vom Verbandsstoff über Implantate und Röntgengeräte bis zu medizinischer Software. In der EU regelt die Medizinprodukte-Verordnung (EU) 2017/745, kurz MDR, seit 26. Mai 2021, wie Medizinprodukte auf den Markt kommen und überwacht werden. Je nach Risiko gehören sie zur Klasse I, IIa, IIb oder III.

Thema: Recht, Regulierung und Institutionen

Medizintourismus
Geplante Reise in ein anderes Land, um dort eine medizinische Behandlung in Anspruch zu nehmen, etwa weil sie dort schneller, günstiger oder in höherer Qualität erwartet wird.

Thema: Markt, Management und Innovation

Mensch-Maschine-Schnittstelle
Die Stelle, an der ein Mensch ein technisches System bedient und Rückmeldung von ihm erhält: Tastatur, Touchscreen, Sprach- oder Gestensteuerung. Ziel einer guten Gestaltung ist eine einfache, intuitive Bedienung.

Thema: Daten, Vernetzung und Infrastruktur

Mergers & Acquisitions (M&A)
Unternehmenszusammenschlüsse (Merger), bei denen zwei Unternehmen zu einem verschmelzen, und Unternehmenskäufe (Acquisition), bei denen ein Unternehmen ein anderes oder einen Teil davon übernimmt. Ziele sind Wachstum, neue Produkte oder Märkte und eine stärkere Stellung im Wettbewerb.

Thema: Markt, Management und Innovation

Messenger-Dienste
Anwendungen für Kurznachrichten, Sprach- und Videoanrufe sowie den Austausch von Bildern und Dateien, zu zweit oder in Gruppen, auf dem Smartphone, im Browser oder am Computer. Für den Austausch zwischen Einrichtungen des Gesundheitswesens gibt es mit dem TI-Messenger einen eigenen Dienst der Telematikinfrastruktur.

Thema: Daten, Vernetzung und Infrastruktur

Meta-Analyse
Statistisches Verfahren, das die Ergebnisse mehrerer Studien zur selben Frage zu einem gemeinsamen Ergebnis zusammenfasst, meist als Teil einer systematischen Übersichtsarbeit. Weil mehr Daten einfließen als in jede einzelne Studie, wird die Schätzung eines Effekts genauer; wie verlässlich sie ist, hängt aber von der Qualität der einbezogenen Studien ab.

Thema: Forschung, Evidenz und Gesundheitsökonomie

Metadaten
Daten über Daten: strukturierte Angaben, die andere Daten beschreiben, etwa Autorin, Erstellungsdatum oder Dateiformat eines Dokuments. Mit ihrer Hilfe lassen sich Daten verwalten und in großen Beständen gezielt wiederfinden.

Thema: Künstliche Intelligenz und Datenanalyse

mHealth (mobile Health)
Teilbereich von E-Health: medizinische Informationen und Dienste über mobile Geräte wie Smartphone, Tablet oder Wearable, die per Mobilfunk, WLAN oder Bluetooth Daten austauschen.

Thema: Telemedizin, Apps und digitale Versorgung

Mixed Reality (MR)
Mischformen, in denen reale und virtuelle Elemente zusammenwirken; der Begriff umfasst das ganze Spektrum zwischen Augmented und Virtual Reality.

Thema: Robotik, Sensorik, Medizintechnik und 3D-Druck

Mobile Applikation (App)
Anwendungsprogramm für mobile Geräte wie Smartphone oder Tablet. Nach „Künstliche Intelligenz“ ist „Mobile Applikation“ der Glossarbegriff mit den meisten verlinkten ATLAS-Beiträgen.

Thema: Telemedizin, Apps und digitale Versorgung

Monitoring
Fortlaufende Beobachtung oder Überwachung, vor allem der Vitalfunktionen in Intensiv- und Notfallmedizin; im weiteren Sinn jede Form diagnostischer Überwachung.

Thema: Telemedizin, Apps und digitale Versorgung

Mortalität (Sterblichkeit)
Zahl der Todesfälle in einer Bevölkerung in einem bestimmten Zeitraum, bezogen auf deren Größe, etwa je 100.000 Einwohner und Jahr; angegeben wird sie für alle Todesursachen zusammen oder für eine bestimmte Krankheit. Nicht zu verwechseln ist sie mit der Letalität, dem Anteil der Erkrankten, die an der Krankheit sterben.

Thema: Forschung, Evidenz und Gesundheitsökonomie

Multimediatechnik
Teilgebiet der Informatik, das verschiedene Medien wie Text, Bild, Ton und Video technisch verbindet, etwa in Lernprogrammen oder Videospielen. Als Studienfach verbindet sie Medieninformatik und technische Informatik.

Thema: Robotik, Sensorik, Medizintechnik und 3D-Druck

Multimorbidität
Gleichzeitiges Bestehen mehrerer, meist chronischer Krankheiten, ohne dass eine davon als Haupterkrankung im Vordergrund steht. Das Risiko steigt mit dem Alter. Für die Versorgung ist Multimorbidität eine Herausforderung, weil Behandlungen und Medikamente aufeinander abgestimmt werden müssen.

Thema: Pflege und Versorgungsprozesse

Mutation
Dauerhafte Veränderung des Erbguts, die spontan auftreten oder durch äußere Einflüsse wie Strahlung oder bestimmte Chemikalien ausgelöst werden kann. Mutationen in Körperzellen betreffen nur den einzelnen Menschen, etwa bei der Entstehung von Krebs; Mutationen in Keimzellen können an Nachkommen weitergegeben werden.

Thema: Forschung, Evidenz und Gesundheitsökonomie

Myoelektrische Prothesen
Fremdkraftprothesen, die über Muskelsignale gesteuert werden: Elektroden auf der Haut messen die elektrische Spannung, die beim Anspannen der Restmuskulatur entsteht; verstärkt steuert sie die Elektromotoren der Prothese. Wie fein sich eine myoelektrische Hand steuern lässt, hängt davon ab, wie viele Muskelgruppen nach der Amputation noch unabhängig voneinander angespannt werden können.

Thema: Robotik, Sensorik, Medizintechnik und 3D-Druck

N

Natural Language Processing (NLP)
Verarbeitung natürlicher Sprache durch Computer: Verfahren, mit denen Maschinen geschriebene oder gesprochene Sprache erfassen, auswerten und selbst erzeugen. Im Gesundheitswesen lassen sich damit zum Beispiel Arztbriefe oder Beiträge in Patientenforen auswerten.

Thema: Künstliche Intelligenz und Datenanalyse

Near Field Communication (NFC)
Funktechnik für sehr kurze Entfernungen von wenigen Zentimetern, die auf RFID aufbaut und über magnetische Induktion arbeitet. Kontaktloses Bezahlen nutzt NFC; im Gesundheitswesen lässt sich damit zum Beispiel die elektronische Gesundheitskarte mit dem Smartphone auslesen.

Thema: Daten, Vernetzung und Infrastruktur

Neurodegenerativ
Bezeichnet einen fortschreitenden Verlust von Nervenzellen, der infolge einer Erkrankung deutlich schneller verläuft als bei der normalen Alterung. Ein Beispiel ist der Untergang von Nervenzellen der Netzhaut beim Glaukom.

Thema: Krankheitsbilder und Medizin

Neurodegenerative Erkrankungen
Gruppe meist sporadisch, seltener erblich auftretender Erkrankungen des zentralen Nervensystems, bei denen bestimmte Gruppen von Nervenzellen fortschreitend ihre Funktion verlieren und absterben. Dazu zählen die Alzheimer-Krankheit mit fortschreitender Demenz und die Parkinson-Krankheit.

Thema: Krankheitsbilder und Medizin

Neuromorphic Engineering
Fachgebiet, das elektronische Schaltkreise nach dem Vorbild des Nervensystems baut (griechisch neuron = Nerv, morphe = Gestalt). Ziel sind Chips, die Informationen ähnlich wie Nervenzellen verarbeiten. Physik, Mathematik, Informatik und Ingenieurwissenschaften arbeiten dabei zusammen.

Thema: Künstliche Intelligenz und Datenanalyse

Neuronales Netzwerk (künstliches neuronales Netz)
Rechenmodell aus vielen verbundenen Knoten, lose nach dem Vorbild von Nervenzellen im Gehirn. Beim Lernen wird die Stärke der Verbindungen angepasst. So erkennt das Netz Beziehungen in Daten, die sich schwer als feste Regel aufschreiben lassen.

Thema: Künstliche Intelligenz und Datenanalyse

Neuroplastizität
Fähigkeit des Nervensystems, sich zu verändern: neue Verbindungen zwischen Nervenzellen zu bilden, bestehende zu verstärken oder abzubauen. Die Rehabilitation nach einem Schlaganfall nutzt sie, indem Bewegungen oder Sprache in vielen Wiederholungen neu geübt werden, möglichst früh nach dem Ereignis.

Thema: Krankheitsbilder und Medizin

Niederschwellig
Leicht zugänglich und mit wenig Aufwand verbunden, also mit einer niedrigen „Schwelle“. Digitale Angebote gelten als niederschwellig, wenn Menschen sie ohne Termin, Anfahrt oder Wartezeit nutzen können, unabhängig von Ort und Zeit.

Thema: Gesundheitskompetenz, Prävention und Verhalten

Non-Profit-Konferenzen
Tagungen von Organisationen, die nicht auf Gewinn ausgerichtet sind und oft von freiwilligem Engagement getragen werden, etwa im sozialen, kulturellen oder wissenschaftlichen Bereich.

Thema: Markt, Management und Innovation

Nosokomiale Infektion
Infektion, die im Zusammenhang mit einer medizinischen Maßnahme in einer Einrichtung des Gesundheitswesens erworben wird und vorher nicht bestand, ausgelöst etwa durch Bakterien, Viren oder Pilze. Krankenhausinfektionen sind die bekannteste Untergruppe.

Thema: Pflege und Versorgungsprozesse

Notfalldatensatz
Freiwillige Angaben auf der eGK, die im Notfall helfen: Vorerkrankungen, regelmäßig eingenommene Medikamente, Allergien und Unverträglichkeiten sowie Kontaktdaten von Angehörigen; auch ein Hinweis auf eine Erklärung zur Organspende lässt sich hinterlegen. Angelegt wird der Datensatz seit 2020 in der Arztpraxis. Im Notfall können Behandelnde ihn ohne PIN der Versicherten lesen.

Thema: Daten, Vernetzung und Infrastruktur

Nudging
„Anstupsen“: Entscheidungssituationen werden so gestaltet, dass Menschen eher eine bestimmte, meist gesündere Wahl treffen, ohne dass Möglichkeiten verboten oder finanzielle Anreize wesentlich verändert werden. Beispiele sind Erinnerungen an Arzttermine, Voreinstellungen oder die Anordnung von Speisen in der Kantine. Auch Warnbilder auf Zigarettenschachteln werden oft dazugezählt.

Thema: Gesundheitskompetenz, Prävention und Verhalten

O

Off-Label-Use
Anwendung eines zugelassenen Arzneimittels außerhalb seines zugelassenen Anwendungsgebiets, also bei einer anderen Erkrankung, einer anderen Personengruppe wie Kindern oder in anderer Dosierung. Ärztinnen und Ärzte dürfen das im Rahmen ihrer Therapiefreiheit; die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt die Kosten aber nur in Ausnahmefällen.

Thema: Recht, Regulierung und Institutionen

OMICS-Technologien
Sammelbegriff für Forschungsfelder, die die Gesamtheit bestimmter biologischer Bausteine untersuchen, erkennbar an der Endung „-omik“: Genomik (alle Gene), Proteomik (alle Eiweiße), Metabolomik (alle Stoffwechselprodukte). Automatisierte Hochdurchsatzgeräte analysieren dafür große Mengen biologischer Proben; die Bioinformatik wertet die Daten mit Hochleistungsrechnern aus.

Thema: Forschung, Evidenz und Gesundheitsökonomie

OP EFRE.NRW 2014–2020
Das Operationelle Programm des Landes Nordrhein-Westfalen für den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in der Förderperiode 2014 bis 2020. Mit Mitteln der EU und des Landes förderte es unter anderem Forschungs- und Innovationsprojekte. Der ATLAS stellt mehrere so geförderte Projekte vor, etwa DAST (2019 bis 2022), in dem Sterilgut für Operationen mit RFID-Chips verfolgt wurde (ATLAS, 2026b).

Thema: Recht, Regulierung und Institutionen

Open Innovation
Öffnung des Innovationsprozesses nach außen: Wissen fließt gezielt in das Unternehmen hinein, um eigene Innovationen zu beschleunigen (Outside-in), und aus ihm hinaus, damit andere Ideen des Unternehmens nutzen (Inside-out).

Thema: Markt, Management und Innovation

Osteopathie
Manuelle Form der Diagnostik und Behandlung, die ausschließlich mit den Händen arbeitet und der Alternativ- und Komplementärmedizin zugerechnet wird. Nach ihrem eigenen Anspruch will sie Blockaden lösen, die Beweglichkeit von Gelenken und Faszien wiederherstellen und die Selbstheilungskräfte des Körpers unterstützen.

Thema: Krankheitsbilder und Medizin

Outcome (Endpunkt, Behandlungsergebnis)
Ergebnis, an dem der Erfolg einer Behandlung gemessen wird, etwa Überleben, Beschwerden, Komplikationen oder Lebensqualität. Welche Outcomes eine Studie misst, entscheidet mit darüber, was sie über den Nutzen einer Behandlung aussagen kann.

Thema: Forschung, Evidenz und Gesundheitsökonomie

P

Palliativversorgung
Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen und ihrer Angehörigen mit dem Ziel der bestmöglichen Lebensqualität: Schmerzen und andere belastende Beschwerden früh erkennen und lindern, auch seelische, soziale und spirituelle Nöte. Anders als die kurative Medizin zielt sie nicht auf Heilung. Sie ist zu Hause, im Krankenhaus, im Pflegeheim oder im Hospiz möglich.

Thema: Pflege und Versorgungsprozesse

Passive Prothesen
Prothesen ohne aktive Greiffunktion. Oft werden sie als reine Schmuckprothesen verstanden, die das Aussehen wiederherstellen. Viele erfüllen aber auch Aufgaben, etwa als Gegenhalt beim Tragen und Festhalten oder als Arbeitsprothese mit einem Werkzeug.

Thema: Robotik, Sensorik, Medizintechnik und 3D-Druck

Pathogenese
Entstehung und Entwicklung einer Krankheit: warum und wodurch Menschen erkranken und wie die Krankheit fortschreitet. Das Gegenstück ist die Salutogenese, die nach der Entstehung von Gesundheit fragt.

Thema: Krankheitsbilder und Medizin

Patient Empowerment
Stärkung der Rolle von Patientinnen und Patienten in ihrer Gesundheitsversorgung. Durch Information und Beteiligung übernehmen sie mehr Verantwortung und können, weil sie ihre Lage besser verstehen, mehr Einfluss auf ihre Gesundheit nehmen.

Thema: Gesundheitskompetenz, Prävention und Verhalten

Patient Journey
Darstellung des Wegs, den eine Patientin oder ein Patient durch eine Erkrankung geht: von den ersten Beschwerden über Diagnose und Behandlung bis zur Nachsorge, mit allen Kontakten zu Fachleuten. Genutzt wird sie, um Versorgungsangebote besser abzustimmen, aber auch für Marktzugang und Marketing von Unternehmen.

Thema: Markt, Management und Innovation

Patient Reported Outcomes (PRO)
Angaben zum Gesundheitszustand und zur Wirkung einer Behandlung, die Patientinnen und Patienten selbst machen, ohne dass Dritte sie deuten, etwa zu Schmerzen oder zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität. Erhoben werden sie mit standardisierten Fragebögen wie dem SF-12. Sie ergänzen ärztliche Tests und Messungen.

Thema: Forschung, Evidenz und Gesundheitsökonomie

Pay-per-use
Geschäftsmodell, bei dem Kundinnen und Kunden nach der tatsächlichen Nutzung zahlen statt für den Kauf, etwa für die Nutzungszeit einer Software oder, beim Carsharing, je Kilometer; oft kommt eine Grundgebühr hinzu.

Thema: Markt, Management und Innovation

Perioperativ
Die gesamte Zeit rund um eine Operation: vor der Operation (präoperativ), während (intraoperativ) und danach (postoperativ).

Thema: Pflege und Versorgungsprozesse

Pflegebrille
Datenbrille mit Augmented Reality, die in Forschungsprojekten für die Pflege entwickelt und erprobt wird: Sie blendet während der Arbeit Informationen wie Patientendaten oder Schritt-für-Schritt-Anleitungen ins Blickfeld ein, sodass die Hände frei bleiben.

Thema: Pflege und Versorgungsprozesse

Pflegedokumentation
Aufzeichnung aller pflegerischen Beobachtungen, Planungen und Maßnahmen für eine Person. Sie dient der Abstimmung im Team, der Qualitätssicherung und der rechtlichen Absicherung; Pflegeeinrichtungen und Pflegekräfte sind zur Dokumentation verpflichtet.

Thema: Pflege und Versorgungsprozesse

Pflegepersonal-Stärkungsgesetz (PpSG)
In Kraft seit 1. Januar 2019. Es soll den Alltag von Pflegekräften in der Kranken- und Altenpflege spürbar verbessern, durch eine bessere Personalausstattung und bessere Arbeitsbedingungen.

Thema: Recht, Regulierung und Institutionen

Phänotyp
Das Erscheinungsbild eines Organismus mit allen körperlichen, physiologischen und verhaltensbezogenen Merkmalen. Es entsteht im Zusammenspiel von Erbanlagen (Genotyp) und Umwelt.

Thema: Forschung, Evidenz und Gesundheitsökonomie

Pharmakoresistenz
Eine Erkrankung spricht auf Arzneimittel nicht ausreichend an. Bei Epilepsie spricht man nach der Definition der Internationalen Liga gegen Epilepsie von Pharmakoresistenz, wenn zwei passend gewählte und vertragene Medikamente keine anhaltende Anfallsfreiheit erreicht haben. Therapieresistent ist die Erkrankung damit nicht zwingend: Eine Operation kann noch helfen.

Thema: Krankheitsbilder und Medizin

Pharmakovigilanz
Alle Maßnahmen, um Nebenwirkungen und andere Risiken von Arzneimitteln zu erkennen, zu bewerten und ihnen vorzubeugen, von der Meldung von Verdachtsfällen bis zu Warnhinweisen. Ein bekanntes Instrument sind die „Rote-Hand-Briefe“, mit denen Hersteller Ärzteschaft und Apotheken über neu erkannte Risiken informieren.

Thema: Recht, Regulierung und Institutionen

Platform as a Service (PaaS)
Der Anbieter stellt zusätzlich eine fertige Umgebung bereit, in der Kunden eigene Webanwendungen entwickeln, testen und betreiben, ohne Hardware und Grundsoftware selbst kaufen und pflegen zu müssen.

Thema: Daten, Vernetzung und Infrastruktur

Post-Market Surveillance (Überwachung nach dem Inverkehrbringen)
Pflicht des Herstellers, ein Medizinprodukt auch nach der Markteinführung systematisch zu beobachten: Er sammelt Erfahrungen aus der Anwendung, leitet daraus Korrektur- und Vorbeugemaßnahmen ab und informiert bei Bedarf die Behörden und die Benannte Stelle.

Thema: Recht, Regulierung und Institutionen

Postpartale Depression (Wochenbettdepression)
Depression nach der Geburt eines Kindes. Bis zu 15 von 100 Frauen erkranken in den ersten drei Monaten nach der Geburt daran. Anzeichen können tiefe Traurigkeit, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit oder Gleichgültigkeit sein. Abzugrenzen ist der Babyblues, eine Stimmungsschwankung, die fast jede zweite Frau nach der Geburt erlebt und die nach einigen Tagen, spätestens nach etwa zwei Wochen, abklingt. Weil beides leicht verwechselt wird, bleibt eine Wochenbettdepression oft unerkannt.

Thema: Krankheitsbilder und Medizin

Prädiktive künstliche Intelligenz
KI-Verfahren, die aus vorhandenen, strukturierten wie unstrukturierten Daten Vorhersagemodelle bilden. Ein Beispiel ist die Abschätzung des Herzinfarktrisikos aus Blutwerten (Biomarkern), weiteren Risikofaktoren für Herz und Kreislauf und demografischen Angaben. Solche Modelle sollen ärztliche Entscheidungen unterstützen, nicht ersetzen.

Thema: Künstliche Intelligenz und Datenanalyse

Prävalenz
Anteil der Menschen in einer Bevölkerung, die zu einem bestimmten Zeitpunkt oder in einem Zeitraum von einer Krankheit betroffen sind: Zahl der Erkrankten geteilt durch die Größe der Bevölkerung. Sie beschreibt, wie verbreitet eine Krankheit ist.

Thema: Forschung, Evidenz und Gesundheitsökonomie

Präzisionsmedizin (personalisierte Medizin)
Ansatz, Vorbeugung, Diagnose und Behandlung auf die Merkmale einzelner Menschen oder kleiner Gruppen zuzuschneiden, etwa auf genetische Veränderungen eines Tumors, auf andere Biomarker oder auf Lebensumstände. Ein Beispiel ist die Sequenzierung des Tumorerbguts, um eine gezielt wirkende Krebstherapie auszuwählen.

Thema: Forschung, Evidenz und Gesundheitsökonomie

Predictable treatment (vorhersagbare Behandlung)
Behandlung, die im Voraus aus ausgewerteten Daten abgeleitet wird: Auf Grundlage von Gesundheitsdaten könnten Patientinnen und Patienten etwa passende Behandlungspfade oder Präventionsangebote vorgeschlagen bekommen, zum Beispiel von ihrer Krankenversicherung.

Thema: Forschung, Evidenz und Gesundheitsökonomie

Primärprävention, Sekundär- und Tertiärprävention
Primärprävention soll verhindern, dass eine Krankheit überhaupt entsteht, etwa durch Impfungen, Bewegung oder den Abbau von Risiken. Sekundärprävention soll Krankheiten früh erkennen, bevor Beschwerden auftreten, etwa durch Früherkennungsuntersuchungen. Tertiärprävention soll bei einer bestehenden Krankheit Folgeschäden und Rückfälle verhindern oder mildern, etwa durch Rehabilitation.

Thema: Gesundheitskompetenz, Prävention und Verhalten

Process Mining
Rekonstruiert tatsächliche Abläufe aus den digitalen Spuren, die sie in Informationssystemen hinterlassen, etwa aus Zeitstempeln im Krankenhausinformationssystem. So wird sichtbar, wie ein Prozess wirklich abläuft und wo er vom geplanten Weg abweicht. Voraussetzung sind umfangreiche Daten in guter Qualität. Im Gesundheitswesen erschweren komplexe, wechselnde und fachübergreifende Abläufe die Anwendung.

Thema: Künstliche Intelligenz und Datenanalyse

Produktpipeline
Begriff aus der Pharmaindustrie für die Produkte eines Unternehmens, die sich noch in der Entwicklung befinden, von der vorklinischen Forschung bis kurz vor der Zulassung. Wie gut die Pipeline gefüllt ist, gilt als Hinweis auf die künftige Innovationskraft.

Thema: Markt, Management und Innovation

Prothesenbett
Das Knochenlager, in dem ein Implantat verankert wird, etwa beim künstlichen Kniegelenk. Wie genau es geformt ist, entscheidet mit darüber, wie fest und richtig das Implantat sitzt. Weil hier Knochen und Fremdmaterial aufeinandertreffen, ist das Prothesenbett auch eine mögliche Eintrittsstelle für Keime.

Thema: Robotik, Sensorik, Medizintechnik und 3D-Druck

Psychoedukation
Vermittlung von Wissen über eine Erkrankung und ihre Behandlung in einer Form, die Betroffene und Angehörige verstehen, etwa in Einzel- oder Gruppengesprächen. Sie wird von der Prävention bis zur Rehabilitation eingesetzt, besonders bei psychischen Erkrankungen.

Thema: Gesundheitskompetenz, Prävention und Verhalten

Psychoonkologie
Psychosoziale und psychotherapeutische Unterstützung für Menschen mit Krebs und ihre Angehörigen, weil die Diagnose oft mit starken seelischen Belastungen einhergeht. Angeboten wird sie in Krebsberatungsstellen sowie ambulant und im Krankenhaus.

Thema: Krankheitsbilder und Medizin

Psychosozial
Verbindet psychische und soziale Faktoren und ihre Wechselwirkung zwischen Mensch und Umwelt. In der psychosozialen Versorgung stehen Beratung, Psychoedukation und Krisenintervention im Vordergrund, anders als in der psychotherapeutischen Behandlung.

Thema: Krankheitsbilder und Medizin

Public Health (öffentliche Gesundheit)
Wissenschaft und Praxis der Gesundheit ganzer Bevölkerungen: Krankheiten vorbeugen, Gesundheit fördern und eine Versorgung für alle organisieren, mit Blick auf Umwelt, Verhalten und Gesundheitssystem. Beteiligt sind unter anderem Epidemiologie, Medizin, Ökonomie, Psychologie, Soziologie und Politikwissenschaft.

Thema: Gesundheitskompetenz, Prävention und Verhalten

Pulmonale Rehabilitation
Rehabilitation bei chronischen Lungenerkrankungen wie COPD: ein auf die Person zugeschnittenes Programm aus Training und Schulung, stationär oder ambulant, das Krankheitsfolgen mildern und die Lebensqualität verbessern soll. Sie zählt zu den wichtigsten nichtmedikamentösen Behandlungen und ist Bestandteil des Disease-Management-Programms COPD.

Thema: Pflege und Versorgungsprozesse

Pulsoximeter
Kleines Messgerät, meist als Clip am Finger, das mit Licht zweier Wellenlängen durch die Haut die Sauerstoffsättigung des Blutes und den Puls bestimmt, ohne Blutentnahme.

Thema: Robotik, Sensorik, Medizintechnik und 3D-Druck

Q

Quantified Self
Bewegung von Menschen, die mithilfe von Hard- und Software systematisch Daten über sich selbst sammeln, von Blutdruck und Puls bis zu Schlafdauer, Aktivität und Essgewohnheiten, um daraus Erkenntnisse über sich zu gewinnen. Die Gemeinschaft besteht seit 2007.

Thema: Telemedizin, Apps und digitale Versorgung

R

Randomisierte kontrollierte Studie (RCT)
Studie mit mindestens zwei Gruppen, denen die Teilnehmenden per Zufall zugeteilt werden, etwa eine Gruppe mit einem neuen Medikament und eine Kontrollgruppe mit Placebo oder der bisherigen Standardbehandlung. Weil der Zufall bekannte und unbekannte Einflussfaktoren im Mittel gleichmäßig auf die Gruppen verteilt, lassen sich Unterschiede zwischen ihnen am ehesten der Behandlung zuschreiben. Deshalb gilt die RCT als aussagekräftigstes Design für die Frage, ob eine Behandlung wirkt.

Thema: Forschung, Evidenz und Gesundheitsökonomie

Real World Evidence (RWE)
Erkenntnisse über Nutzen und Risiken einer Behandlung im Versorgungsalltag, gewonnen aus Real World Data: Daten, die außerhalb klinischer Studien entstehen, etwa in elektronischen Patientenakten, in Abrechnungsdaten der Krankenkassen, in Registern oder auf Wearables.

Thema: Forschung, Evidenz und Gesundheitsökonomie

Register
Datenbank, in der Informationen zu einer bestimmten Erkrankung, Behandlung oder Bevölkerungsgruppe systematisch gesammelt werden. In Deutschland erfassen zum Beispiel die Krebsregister der Länder, wie häufig welche Krebsarten in welcher Region auftreten und wie sie behandelt werden. Register sind eine wichtige Grundlage für Forschung und Versorgungsplanung.

Thema: Forschung, Evidenz und Gesundheitsökonomie

Rehabilitation (Reha)
Maßnahmen, die Menschen nach oder bei Krankheit, Unfall oder Behinderung helfen sollen, ihre Fähigkeiten zurückzugewinnen und am Alltags-, Berufs- und gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Unterschieden werden medizinische, berufliche und soziale Rehabilitation; sie findet stationär, ambulant und auch digital als Tele-Reha statt.

Thema: Pflege und Versorgungsprozesse

Rehospitalisierung
Erneute stationäre Aufnahme kurz nach einer Entlassung, oft gemessen innerhalb von 30 Tagen. Häufige ungeplante Wiederaufnahmen gelten als Hinweis auf Lücken in der Behandlung oder im Entlassmanagement; besonders betroffen sind ältere und pflegebedürftige Menschen.

Thema: Pflege und Versorgungsprozesse

Reifegrad
Maß dafür, wie weit eine Organisation in einem bestimmten Feld entwickelt ist, etwa bei der Digitalisierung, und wie verlässlich sie sich dort verbessern kann. Reifegradmodelle beschreiben dafür aufeinander aufbauende Stufen, an denen sich Einrichtungen messen und vergleichen lassen.

Thema: Markt, Management und Innovation

Remote Care Platform
Digitale Plattform, die Werkzeuge und Zugänge für Patientinnen und Patienten bündelt: Kommunikation mit Behandelnden, virtuelle Termine, eigene Gesundheitsdaten und Informationen, auch außerhalb klassischer Behandlungspfade.

Thema: Telemedizin, Apps und digitale Versorgung

Remote Surgery (Telechirurgie)
Operieren aus der Ferne: Die Chirurgin oder der Chirurg steuert einen Operationsroboter über ein Datennetz, während die Patientin oder der Patient an einem anderen Ort liegt. Bekannt wurde 2001 die „Operation Lindbergh“, bei der ein Team in New York einer Patientin in Straßburg per Roboter die Gallenblase entfernte. Voraussetzung sind sehr schnelle, zuverlässige Datenverbindungen.

Thema: Telemedizin, Apps und digitale Versorgung

Reproduktionsmedizin
Medizinisches Fachgebiet für Fortpflanzung und die Behandlung von Fruchtbarkeitsstörungen bei Frauen und Männern, mit Beiträgen aus Gynäkologie, Andrologie, Urologie und Genetik. Es umfasst die Unterstützung der natürlichen Zeugung ebenso wie die künstliche Befruchtung, etwa die In-vitro-Fertilisation.

Thema: Krankheitsbilder und Medizin

Resilienz
Psychische Widerstandskraft: die Fähigkeit, trotz belastender Lebensumstände oder Krisen seelisch gesund zu bleiben oder sich rasch wieder zu erholen. Resilienz kann sich im Lauf des Lebens verändern, weil sie aus dem Zusammenspiel von Person und Umwelt entsteht. Schutzfaktoren wie tragfähige, wertschätzende Beziehungen verringern die Wahrscheinlichkeit, unter Belastung psychisch zu erkranken.

Thema: Krankheitsbilder und Medizin

Return on Investment (ROI)
Kennzahl für den Erfolg einer Investition: Nettoertrag geteilt durch das eingesetzte Kapital, mal 100. Bringt jeder investierte Euro zwei Euro zurück, bleibt nach Abzug des Einsatzes ein Euro Gewinn; der ROI beträgt dann 100 Prozent.

Thema: Markt, Management und Innovation

RFID (Radio-Frequency Identification)
Identifikation per Funk: Ein Lesegerät liest kontaktlos Daten aus einem Transponder, einem kleinen Chip mit Antenne, der etwa auf Etiketten, Instrumenten oder Patientenarmbändern sitzt. Krankenhäuser nutzen RFID zum Beispiel, um Geräte, Sterilgut oder Blutkonserven zu verfolgen.

Thema: Daten, Vernetzung und Infrastruktur

Risikostrukturausgleich (RSA)
Finanzausgleich zwischen den gesetzlichen Krankenkassen, eingeführt 1994. Weil die Kassen unterschiedlich alte und kranke Versicherte haben, richten sich ihre Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds nach der Risikostruktur ihrer Versicherten. Seit 2009 berücksichtigt der Ausgleich auch Krankheiten (Morbi-RSA). Seit 2021 gilt ein Vollmodell, das alle Krankheiten einbezieht statt ausgewählter 50 bis 80; hinzu kamen regionale Merkmale und ein Risikopool für sehr teure Fälle, während die Erwerbsminderungsrente als Merkmal entfiel. Weiterhin zählen unter anderem Alter, Geschlecht und der Anspruch auf Krankengeld.

Thema: Recht, Regulierung und Institutionen

Robotik
Wissenschaft und Technik der Roboter: Maschinen, die mit Sensoren ihre Umgebung erfassen, mit Rechnern Entscheidungen treffen und mit Antrieben (Aktoren) Bewegungen ausführen. Im Gesundheitswesen reicht die Spanne von Operationsrobotern über Transport- und Assistenzroboter in Klinik und Pflege bis zu Robotern für die Rehabilitation.

Thema: Robotik, Sensorik, Medizintechnik und 3D-Druck

S

Salutogenese
Modell des Medizinsoziologen Aaron Antonovsky, das fragt, was Menschen gesund hält, statt nur, was sie krank macht. Gesundheit und Krankheit sind darin die Enden eines Kontinuums: Jeder Mensch hat gesunde und kranke Anteile, und wo er sich auf dem Kontinuum bewegt, hängt von seinen Belastungen und von den Ressourcen ab, mit denen er sie bewältigt. Eine zentrale Rolle spielt das Kohärenzgefühl, das Vertrauen darauf, dass das eigene Leben verstehbar, handhabbar und sinnvoll ist.

Thema: Gesundheitskompetenz, Prävention und Verhalten

Schnittstelle
Übergabestelle, über die zwei IT-Systeme Daten austauschen. Damit das gelingt, müssen beide Seiten dieselben technischen Regeln und Formate beherrschen.

Thema: Daten, Vernetzung und Infrastruktur

Screening
Reihenuntersuchung beschwerdefreier Menschen einer bestimmten Gruppe auf eine bestimmte Krankheit, um sie möglichst früh zu erkennen; sie gehört zur Sekundärprävention. Ein Beispiel ist das Mammographie-Screening-Programm in Deutschland: Frauen zwischen 50 und 75 Jahren können alle zwei Jahre teilnehmen; am 1. Juli 2024 wurde die obere Altersgrenze von 69 auf 75 Jahre angehoben. Ein auffälliges Screening-Ergebnis ist noch keine Diagnose, sondern muss abgeklärt werden.

Thema: Gesundheitskompetenz, Prävention und Verhalten

Scrum
Rahmenwerk für agile Teamarbeit: Ein Team entwickelt ein Produkt in kurzen, festen Arbeitsabschnitten (Sprints) und prüft nach jedem das Ergebnis. Festgelegte Verantwortlichkeiten haben der Product Owner, der über die Prioritäten entscheidet, der Scrum Master, der den Ablauf unterstützt, und die Entwicklerinnen und Entwickler (Developers).

Thema: Markt, Management und Innovation

Second Life
Virtuelle Online-Welt, 2003 gestartet, in der sich Nutzerinnen und Nutzer über Avatare begegnen, handeln und gestalten. Sie ist eine der bekanntesten virtuellen Welten mit Schwerpunkt auf sozialem Austausch und wurde auch für Lehr- und Gesundheitsprojekte genutzt.

Thema: Robotik, Sensorik, Medizintechnik und 3D-Druck

Sekundärdaten
Daten, die ursprünglich für einen anderen Zweck erhoben wurden und später für die Forschung genutzt werden, etwa Abrechnungsdaten der Krankenkassen oder die Daten einer früheren Bevölkerungsbefragung. Forschende haben keinen Einfluss darauf, wie die Daten erhoben wurden, und müssen mit ihrer Struktur arbeiten.

Thema: Forschung, Evidenz und Gesundheitsökonomie

Selektivvertrag
Vertrag, den eine Krankenkasse direkt mit einzelnen Leistungserbringern oder deren Gemeinschaften schließt, etwa über die hausarztzentrierte Versorgung oder besondere, sektorenübergreifende Versorgungsformen. Anders als Kollektivverträge, die für alle Versicherten und alle Vertragsärzte gelten, betrifft ein Selektivvertrag nur die Teilnehmenden auf beiden Seiten. Eingebunden sein können auch Managementgesellschaften oder Hersteller von Arzneimitteln und Medizinprodukten.

Thema: Recht, Regulierung und Institutionen

Serious Games
Spiele mit einem ernsthaften Zweck über die Unterhaltung hinaus, etwa zum Lernen, zur Bewegung, zur Therapie oder zur Entspannung.

Thema: Telemedizin, Apps und digitale Versorgung

Sheconomy
Bezeichnung für die wachsende Kaufkraft und den wirtschaftlichen Einfluss von Frauen, als Kundinnen ebenso wie als Gründerinnen und Führungskräfte.

Thema: Telemedizin, Apps und digitale Versorgung

SheHealth
Netzwerk und Initiative, auch als Hashtag, die Frauen in der digitalen Gesundheitswirtschaft sichtbarer machen will. Themen sind geschlechtsspezifische Medizin, Entgeltgleichheit und die Anerkennung der Expertise von Frauen in einer bislang männlich geprägten Branche.

Thema: Telemedizin, Apps und digitale Versorgung

Skalierung
Gezielter Ausbau eines Geschäftsmodells, sodass der Umsatz deutlich stärker wächst als die Kosten. Digitale Produkte gelten als gut skalierbar, weil eine weitere Nutzerin oder ein weiterer Nutzer kaum zusätzliche Kosten verursacht.

Thema: Markt, Management und Innovation

Smart Devices
Kleine, vernetzte Geräte mit eigener Rechenleistung, die über das Internet der Dinge Daten austauschen und Größen wie die Temperatur messen, zum Beispiel ein Wearable, das die Körpertemperatur überwacht.

Thema: Telemedizin, Apps und digitale Versorgung

Smart Home
Wohnung oder Haus mit vernetzter Technik, die Abläufe im Alltag automatisiert, etwa eine Heizung, die sich abschaltet, wenn niemand zu Hause ist. Älteren oder pflegebedürftigen Menschen kann solche Technik helfen, zum Beispiel mit Sensoren, die ungewöhnlich lange Inaktivität melden (siehe Ambient Assisted Living).

Thema: Daten, Vernetzung und Infrastruktur

Smart TV
Internetfähiges Fernsehgerät, auf dem sich zusätzliche Anwendungen nutzen lassen. Für ältere Menschen lassen sich darüber zum Beispiel Videotelefonie, Bewegungsübungen oder Erinnerungen an Termine und Medikamente anbieten — auf einem Gerät, das sie ohnehin täglich bedienen.

Thema: Daten, Vernetzung und Infrastruktur

Smarte Pflaster
Pflaster mit Sensoren, die Werte auf der Haut oder in einer Wunde messen, etwa Temperatur oder Feuchtigkeit. Entwickelt werden auch Pflaster, die bei Bedarf einen Wirkstoff abgeben oder die Atmung überwachen und ein Beatmungsgerät nachregeln.

Thema: Robotik, Sensorik, Medizintechnik und 3D-Druck

Smarter Ring
Ring mit Sensoren, der ähnlich wie eine Smartwatch Aktivität, Schlaf oder Puls aufzeichnet und die Daten per App aufs Smartphone überträgt; manche Modelle können mit einem NFC-Chip auch kontaktlos bezahlen.

Thema: Robotik, Sensorik, Medizintechnik und 3D-Druck

Social Bot
Programm, das in sozialen Medien oder Chats wie ein Mensch auftritt und Gespräche führt. Im Gesundheitswesen werden Bots zum Beispiel erprobt, um Menschen mit einer Suchterkrankung mit gezielten Fragen und Antworten bei der Änderung ihres Verhaltens zu begleiten.

Thema: Künstliche Intelligenz und Datenanalyse

Social Media Channel (soziale Medien)
Internetdienste, auf denen Menschen Inhalte teilen, kommentieren und sich vernetzen, etwa Facebook, Instagram, YouTube oder X (bis 2023 Twitter). Jeder Kanal spricht andere Nutzergruppen an. Für das Gesundheitswesen sind soziale Medien Informationsquelle und Kommunikationsweg zugleich; auch die Forschung wertet ihre Daten aus.

Thema: Telemedizin, Apps und digitale Versorgung

Software-as-a-Service (SaaS)
Der Anbieter stellt eine fertige Anwendung über das Internet bereit, gegen eine laufende Gebühr, oft je Nutzerin und Nutzer oder je Vorgang. Betrieb, Wartung und Updates übernimmt der Anbieter; der Kunde braucht dafür keine eigene IT-Infrastruktur.

Thema: Daten, Vernetzung und Infrastruktur

Sonar
Ortung mit Schall: Ein Gerät sendet einen Schallimpuls aus und misst, wann und wie das Echo zurückkommt; daraus lassen sich Entfernung und Form eines Gegenstands bestimmen. Nach demselben Echoprinzip arbeitet in der Medizin die Sonografie, die Ultraschalluntersuchung. Auch manche Smart Speaker nutzen Schallsignale, um Bewegungen im Raum zu erfassen.

Thema: Robotik, Sensorik, Medizintechnik und 3D-Druck

Spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV)
Ergänzung der allgemeinen ambulanten Palliativversorgung für Menschen mit einer nicht heilbaren Krankheit, begrenzter Lebenserwartung und besonders aufwendigem Versorgungsbedarf, damit sie ihre letzte Lebensphase zu Hause oder im Pflegeheim verbringen können. Spezialisierte Teams aus Ärztinnen, Pflegekräften und weiteren Berufsgruppen übernehmen und koordinieren die Behandlung, vor allem die Linderung von Schmerzen und anderen Beschwerden. Gesetzlich Versicherte haben seit dem 1. April 2007 Anspruch darauf.

Thema: Pflege und Versorgungsprozesse

Spiking Neural Networks (SNN)
Neuronale Netze, deren Neuronen wie Nervenzellen einzelne Impulse („Spikes“) zu bestimmten Zeitpunkten senden. Sie verarbeiten damit neben dem Inhalt auch den zeitlichen Ablauf der Eingaben und gelten als dritte Generation neuronaler Netze. Auf neuromorpher Hardware arbeiten sie ereignisgesteuert, schnell und mit wenig Strom.

Thema: Künstliche Intelligenz und Datenanalyse

Spirometer
Gerät zur Lungenfunktionsprüfung: Es misst, wie viel Luft ein- und ausgeatmet wird und wie schnell, etwa die Luftmenge, die in der ersten Sekunde kräftig ausgeatmet wird (Einsekundenkapazität). Die Spirometrie dient unter anderem der Diagnose von Asthma und COPD.

Thema: Robotik, Sensorik, Medizintechnik und 3D-Druck

Sprachneuroprothetik
Technik, die Menschen, die nicht sprechen können, das Kommunizieren ermöglichen soll: Aus gemessener Hirnaktivität werden beabsichtigte Wörter und Sätze entschlüsselt und als Text oder synthetische Sprache ausgegeben, möglichst in Echtzeit. Erprobt wird sie in Studien, etwa mit Menschen nach einem Schlaganfall im Hirnstamm oder mit fortgeschrittener ALS.

Thema: Robotik, Sensorik, Medizintechnik und 3D-Druck

Start-up
Kürzlich gegründetes, am Markt noch nicht etabliertes Unternehmen mit einer neuartigen Geschäftsidee, wenig Startkapital und hohem Wachstumspotenzial. Weil das Risiko hoch ist, finanzieren sich Start-ups seltener über Bankkredite und häufiger über Förderbanken, Wagniskapital oder Crowdfunding.

Thema: Markt, Management und Innovation

Stigmatisierung
Menschen werden wegen eines Merkmals, etwa einer psychischen Erkrankung, abgewertet, ausgegrenzt oder benachteiligt. Unterschieden werden drei Ebenen: Stereotype (verallgemeinernde Annahmen über eine Gruppe), Vorurteile (die abwertende Haltung, die sich daraus bildet) und Diskriminierung (das benachteiligende Handeln). Stigmatisierung kann die psychische und körperliche Gesundheit Betroffener belasten und sie davon abhalten, Hilfe zu suchen.

Thema: Gesundheitskompetenz, Prävention und Verhalten

Stratifizierung
Einteilung in Schichten (Strata). In der Versorgung meint sie die Einteilung von Patientinnen und Patienten nach ihrem Risiko, etwa dafür, dass eine Erkrankung fortschreitet oder Komplikationen auftreten, damit Behandlung und Betreuung gezielter geplant werden können.

Thema: Forschung, Evidenz und Gesundheitsökonomie

Subkortikal
„Unterhalb der Hirnrinde“ (Kortex) gelegen. Zu den subkortikalen Strukturen gehören etwa die Basalganglien und der Thalamus. Schädigungen dort können sich unter anderem auf Gedächtnis, Aufmerksamkeit und die Steuerung von Handlungen auswirken.

Thema: Krankheitsbilder und Medizin

Surveillance
In der Epidemiologie die fortlaufende, systematische Überwachung von Krankheiten, vor allem von Infektionskrankheiten: Daten werden gesammelt, ausgewertet und bewertet, damit Maßnahmen rechtzeitig eingeleitet werden können. In Deutschland beruht sie unter anderem auf den Meldepflichten des Infektionsschutzgesetzes; die Daten laufen beim Robert Koch-Institut zusammen.

Thema: Recht, Regulierung und Institutionen

T

Tele-Reha
Rehabilitation mithilfe digitaler Medien, unabhängig von Ort und Zeit. Sie ergänzt die stationäre und ambulante Reha, zum Beispiel als Nachsorge mit Physiotherapie per Video nach einem Schlaganfall.

Thema: Telemedizin, Apps und digitale Versorgung

Telecare
Pflegerische Betreuung über räumliche Entfernung, das pflegerische Gegenstück zur Telemedizin: etwa die Überwachung von Vitalwerten, Sensoren, die Stürze erkennen, oder Videotelefonie mit Pflegekräften. Zielgruppe sind Pflegebedürftige und ihre pflegenden Angehörigen.

Thema: Telemedizin, Apps und digitale Versorgung

Teledermatologie
Telemedizin in der Hautheilkunde: Hautveränderungen werden fotografiert und aus der Ferne beurteilt, zur Beratung oder Behandlung bei Hauterkrankungen.

Thema: Telemedizin, Apps und digitale Versorgung

Telematik
Kunstwort aus Telekommunikation und Informatik: die Verbindung beider, um Informationen aus verschiedenen Quellen zu vernetzen. Bekannt ist der Begriff aus dem Verkehr, im Gesundheitswesen vor allem über die Telematikinfrastruktur.

Thema: Daten, Vernetzung und Infrastruktur

Telematikinfrastruktur (TI)
Das gesicherte digitale Netz des deutschen Gesundheitswesens. Es verbindet Arzt- und Psychotherapiepraxen, Krankenhäuser, Apotheken, Pflegeeinrichtungen und Krankenkassen, damit sie medizinische Informationen schnell und geschützt austauschen können.

Thema: Daten, Vernetzung und Infrastruktur

Telemedizin
Sammelbegriff für ärztliche Versorgung über räumliche Entfernung oder zeitlichen Abstand mithilfe von Informations- und Kommunikationstechnik: Diagnostik, Therapie, Rehabilitation und Beratung, etwa per Videosprechstunde. Besonders für ländliche Regionen gilt sie als Möglichkeit, die Versorgung künftig zu sichern.

Thema: Telemedizin, Apps und digitale Versorgung

Telementoring
Anleitung und Begleitung aus der Ferne, etwa wenn erfahrene Chirurginnen oder Chirurgen eine Operation oder eine Übung per Video begleiten, ohne selbst im Raum zu sein.

Thema: Telemedizin, Apps und digitale Versorgung

Telemonitoring
Monitoring über Entfernung: Blutdruck, Gewicht, Herzrhythmus oder andere Werte werden zu Hause per Wearable, Implantat oder App erfasst und an Behandelnde übermittelt, die sie auswerten und bei Bedarf reagieren. Seit dem 1. Januar 2022 können Praxen das Telemonitoring bei fortgeschrittener Herzinsuffizienz mit den gesetzlichen Krankenkassen abrechnen.

Thema: Telemedizin, Apps und digitale Versorgung

Telepharmazie
Pharmazeutische Leistungen aus der Ferne, etwa eine Arzneimittelberatung durch Apothekenpersonal per Videochat; hilfreich vor allem dort, wo die nächste Apotheke weit entfernt ist.

Thema: Telemedizin, Apps und digitale Versorgung

Textilsensorik
In Kleidung eingearbeitete Sensoren, die Vitalwerte, Aktivität oder den Aufenthaltsort erfassen und übermitteln, ohne dass ein zusätzliches Gerät getragen werden muss.

Thema: Robotik, Sensorik, Medizintechnik und 3D-Druck

Therapieadhärenz
Wie weit das Verhalten einer Person, etwa die Einnahme von Medikamenten, eine Diät oder eine Änderung des Lebensstils, mit den Empfehlungen übereinstimmt, die sie mit ihren Behandelnden vereinbart hat; so definiert es die Weltgesundheitsorganisation. Anders als „Compliance“ betont der Begriff die gemeinsame Vereinbarung. Eine geringe Adhärenz geht mit schlechteren Behandlungsergebnissen und höheren Kosten einher.

Thema: Gesundheitskompetenz, Prävention und Verhalten

Tool
Werkzeug; im digitalen Gesundheitswesen meist ein Hilfsprogramm oder Fragebogen, etwa zur Erfassung von Ernährung oder Bewegung, der Fachleute bei Diagnose und Behandlung unterstützt.

Thema: Markt, Management und Innovation

Triage-Algorithmus
Festgelegtes, dokumentiertes Vorgehen, nach dem Verletzte oder Erkrankte nach Dringlichkeit eingeteilt werden: am Unfallort, in der Rettungsleitstelle oder in der Notaufnahme. Ziel ist, akut lebensbedrohlich Verletzte und Erkrankte schneller zu erkennen und zuerst zu versorgen. Ein Beispiel für die Notaufnahme ist das Manchester-Triage-System.

Thema: Künstliche Intelligenz und Datenanalyse

Typ-1-Diabetes
Form des Diabetes mellitus, bei der das Immunsystem die insulinbildenden Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört, sodass ein absoluter Insulinmangel entsteht. Er beginnt häufig im Kindes- und Jugendalter, kann aber in jedem Alter auftreten, und ist bis heute nicht heilbar. Betroffene müssen lebenslang Insulin zuführen, per Spritze, Pen oder Insulinpumpe.

Thema: Krankheitsbilder und Medizin

Typ-2-Diabetes
Häufigste Form des Diabetes mellitus: Die Körperzellen sprechen schlechter auf Insulin an, und die insulinbildenden Zellen lassen mit der Zeit in ihrer Leistung nach. Er entwickelt sich meist schleichend; begünstigt wird er durch erbliche Veranlagung, Übergewicht und Bewegungsmangel. Behandelt wird er zunächst mit einer Änderung des Lebensstils, bei Bedarf mit Tabletten oder anderen Medikamenten und in manchen Fällen mit Insulin.

Thema: Krankheitsbilder und Medizin

U

Usability (Gebrauchstauglichkeit)
Wie wirksam, effizient und zufriedenstellend bestimmte Nutzerinnen und Nutzer ein Produkt in einem bestimmten Zusammenhang für ihre Ziele verwenden können. Häufig werden fünf Merkmale genannt: Erlernbarkeit, Effizienz, Einprägsamkeit, Fehlerarmut und Zufriedenheit.

Thema: Markt, Management und Innovation

User Experience (UX)
Das gesamte Erleben rund um ein Produkt: wie es sich anfühlt, wie verständlich es ist, wie Nutzerinnen und Nutzer sich dabei fühlen und wie gut es in ihren Alltag passt, vor, während und nach der Nutzung.

Thema: Markt, Management und Innovation

User Modelling
Bildung eines Modells der Nutzerin oder des Nutzers in einem System: Wissen, Ziele, Vorlieben und Verhalten werden erfasst, damit sich das System anpassen kann, etwa mit persönlichen Empfehlungen in einer Gesundheits-App oder einem Lernprogramm.

Thema: Markt, Management und Innovation

V

Validität und Validitätsprüfung
Validität (Gültigkeit) ist ein Gütekriterium für Tests, Messungen und Befragungen: Misst ein Instrument tatsächlich das, was es messen soll? Ein Fragebogen zur Lebensqualität ist valide, wenn seine Ergebnisse die Lebensqualität treffen und nicht etwa nur die Tagesstimmung. Die Validitätsprüfung untersucht diese Gültigkeit. Hohe Validität ist Voraussetzung dafür, Ergebnisse zu verallgemeinern.

Thema: Forschung, Evidenz und Gesundheitsökonomie

Value-Based Healthcare
Ansatz, Versorgung am „Wert“ für die Patientinnen und Patienten auszurichten. Wert meint dabei, geprägt von dem US-Ökonomen Michael Porter, die Gesundheitsergebnisse, die für Patientinnen und Patienten zählen, im Verhältnis zu den Kosten, mit denen sie erreicht werden. Bezahlt werden soll also nicht die Menge der Leistungen, sondern das erreichte Ergebnis.

Thema: Markt, Management und Innovation

Venenpunktion
Einstich in eine Vene, meist um Blut abzunehmen oder einen venösen Zugang zu legen. Dazu wird am Oberarm ein Stauschlauch angelegt, eine geeignete Stelle, oft in der Ellenbeuge, gesucht und desinfiziert und dann eine Kanüle in die Vene eingeführt.

Thema: Pflege und Versorgungsprozesse

Venture-Capital-Geber (Risikokapitalgeber)
Investoren, die jungen, innovativen Unternehmen Kapital gegen eine Beteiligung zur Verfügung stellen. Weil ungewiss ist, ob das Unternehmen Erfolg haben wird, kann das Kapital auch ganz verloren gehen; dafür winkt bei Erfolg eine hohe Rendite.

Thema: Markt, Management und Innovation

Verhaltensdaten
Beobachtungsdaten über Handlungen und Aktivitäten eines Menschen in den Situationen, in denen sie tatsächlich vorkommen: das Verhalten selbst, sein Auslöser und was danach geschieht. Smartphones und Wearables erfassen solche Daten oft nebenbei, etwa Bewegungsmuster.

Thema: Gesundheitskompetenz, Prävention und Verhalten

Verhaltensprävention
Prävention, die beim einzelnen Menschen ansetzt und sein gesundheitsbezogenes Verhalten beeinflussen will: riskantes Verhalten wie Rauchen verringern, gesundheitsförderndes Verhalten wie eine gesunde Ernährung stärken, etwa durch Aufklärung, Beratung und die Stärkung der Gesundheitskompetenz.

Thema: Gesundheitskompetenz, Prävention und Verhalten

Verhältnisprävention
Prävention, die bei den Lebens-, Arbeits- und Umweltverhältnissen ansetzt, also bei Umständen, die der Einzelne kaum selbst beeinflussen kann: soziale, ökologische, ökonomische und kulturelle Gegebenheiten einschließlich der Bildung. Beispiele sind Gesetze zum Nichtraucherschutz oder ein gesundes Essensangebot in Kantinen und Schulen.

Thema: Gesundheitskompetenz, Prävention und Verhalten

Versichertenstammdatenmanagement (VSDM)
Die erste Anwendung der Telematikinfrastruktur: Beim Einlesen der eGK in der Praxis werden die Stammdaten, also Name, Geburtsdatum, Anschrift und Angaben zum Versicherungsschutz, online mit der Krankenkasse abgeglichen und bei Bedarf aktualisiert.

Thema: Daten, Vernetzung und Infrastruktur

Vertragsarzt, Vertragsärztin
Ärztin oder Arzt mit Zulassung zur Versorgung gesetzlich Versicherter zulasten der Krankenkassen, früher „Kassenarzt“ genannt. Voraussetzungen sind die Approbation, eine abgeschlossene Weiterbildung mit Eintrag ins Arztregister und die Zulassung durch den Zulassungsausschuss, die sich nach der Bedarfsplanung richtet. Mit der Zulassung wird die Ärztin oder der Arzt Mitglied der Kassenärztlichen Vereinigung.

Thema: Recht, Regulierung und Institutionen

Virtual Clinical Trials (virtuelle klinische Studien)
Klinische Studien, an denen die Teilnehmenden ganz oder teilweise von zu Hause aus teilnehmen, mithilfe von Apps, Wearables, Videosprechstunden oder Messgeräten. Sie sollen die Suche nach Teilnehmenden und die Durchführung erleichtern und Kosten sparen.

Thema: Forschung, Evidenz und Gesundheitsökonomie

Virtual Reality (VR)
Vollständig computererzeugte, dreidimensionale Umgebung, in die Nutzerinnen und Nutzer meist mit einer VR-Brille eintauchen und in der sie sich umsehen und handeln können. Im Gesundheitswesen wird VR in der Ausbildung, in der Schmerz- und Angsttherapie, in der Rehabilitation und bei der Planung von Operationen eingesetzt und erprobt. Nach „Künstliche Intelligenz“ und „Mobile Applikation“ ist VR der Glossarbegriff mit den meisten verlinkten ATLAS-Beiträgen.

Thema: Robotik, Sensorik, Medizintechnik und 3D-Druck

Vitalparameter
Messwerte der grundlegenden Körperfunktionen, vor allem Atmung, Puls, Blutdruck und Körpertemperatur, oft auch die Sauerstoffsättigung. Ihre Überwachung gehört zu den Grundlagen der Versorgung, weil sich Komplikationen und Verschlechterungen häufig zuerst in ihnen zeigen.

Thema: Robotik, Sensorik, Medizintechnik und 3D-Druck

W

Wearables
Am Körper getragene Geräte mit Sensoren, etwa Fitnessarmbänder, Smartwatches oder Sensoren zur Glukosemessung. Sie erfassen Werte wie Puls, Bewegung, Schlaf oder Blutzucker außerhalb von Praxis und Klinik und übermitteln sie automatisch oder nach Freigabe durch die Trägerin oder den Träger.

Thema: Telemedizin, Apps und digitale Versorgung

Web Portal
Internetanwendung, die als gemeinsamer Einstieg zu verschiedenen Diensten dient, etwa ein Patientenportal, über das sich Termine buchen, Befunde abrufen und Nachrichten senden lassen.

Thema: Daten, Vernetzung und Infrastruktur

Z

Zerebrovaskuläre Erkrankungen
Erkrankungen der Blutgefäße des Gehirns, allen voran der Schlaganfall. Eine Blutung oder eine verminderte Durchblutung von Hirngewebe ist ein akuter Notfall. Bedeutsam sind deshalb Prävention, eine schnelle Akutversorgung und die Rehabilitation.

Thema: Krankheitsbilder und Medizin

Grundlage und Quellen

ATLAS Digitale Gesundheitswirtschaft (2026). Glossar: Digitalisierung, Wirtschaft & Medizin (318 Begriffe, Stand September 2026). https://www.atlas-digitale-gesundheitswirtschaft.de/glossar/

Anmerkungen zu den Erklärungen

Künstliche Intelligenz und Datenanalyse

Aus Fachwissen berichtigt oder ergänzt: Crowdsourcing (Grundbedeutung ergänzt), Convolutional Neural Networks (werden meist, aber nicht immer, überwacht trainiert), Kontingenztafel und Bias (Definition präzisiert), Heat-Map (Darstellungsprinzip), Neuromorphic Engineering (Herleitung des Namens), Korrelation (Pearson-Koeffizient), Google Trends (Nutzung in der digitalen Epidemiologie).

Daten, Vernetzung und Infrastruktur

Berichtigt nach den Quellen in der Literaturliste unten: E-Rezept (das GSAV trat am 16. August 2019 in Kraft, nicht am 16. September; Pflicht seit 2024 ergänzt), elektronische Gesundheitskarte (1995 wurde die Krankenversichertenkarte eingeführt, nicht die eGK; Befunde werden nicht auf der Karte gespeichert), elektronische Patientenakte (versichertengeführt, „ePA für alle“ seit 2025), elektronische Gesundheitsakte (die frühere Abgrenzung zur ePA gilt in Deutschland nicht mehr), digitaler Mutterpass und E-Kinderuntersuchungsheft (die Angabe „ab 2022 Teil der ePA“ ist überholt), Medizinische Informationsobjekte (Entwicklung mit der mio42 GmbH). Aus Fachwissen ergänzt, weil das Glossar keinen Text enthält: 5G, RFID, digitaler Impfpass; außerdem Bluetooth (Reichweite, Herkunft), Blockchain („fälschungssicher“ abgeschwächt), Interoperabilität (Ebenen), Datenintegrationszentren (Medizininformatik-Initiative) und Messenger-Dienste (TI-Messenger). Zusammengefasst: die Glossareinträge „SaaS“ und „Software-as-a-Service“.

Telemedizin, Apps und digitale Versorgung

Berichtigt nach den Quellen in der Literaturliste unten: DiGA-Verzeichnis (die Erprobung dauert bis zu zwölf Monate und ist einmal verlängerbar; danach bleibt eine DiGA verordnungsfähig, wenn sie dauerhaft aufgenommen wird — die Verordnung ist nicht auf ein Jahr begrenzt), Digitale Pflegeanwendung (seit 2021 gesetzlicher Anspruch statt „in Zukunft“), Fernbehandlungsverbot (Beschluss und Bedingungen nach dem Ärzteblatt-Bericht). Ergänzt: Telemonitoring bei Herzinsuffizienz als Kassenleistung seit 2022. Aus Fachwissen berichtigt oder ergänzt: digitales Self-Tracking (die Rückführung der Selbstvermessung auf Projekte des US-Verteidigungsministeriums ist gestrichen: Sie trifft nur einen Strang ihrer Geschichte), Wearables (Apps sind keine Wearables), manschettenlose Blutdruckmessung (Hinweis auf Kalibrierung), Telepharmazie (Bezug auf die COVID-19-Pandemie gestrichen), soziale Medien (X statt Twitter), Remote Surgery (Beispiel „Operation Lindbergh“, 2001).

Robotik, Sensorik, Medizintechnik und 3D-Druck

Aus Fachwissen ergänzt, weil das Glossar keinen Text enthält: Robotik, Pulsoximeter, Spirometer, Bioprinting. Aus dem Englischen übersetzt und gekürzt: Bionic robotic devices. Aus Fachwissen berichtigt oder präzisiert: Kapselendoskopie (sie ist nicht die „einzige nicht invasive Methode“; Grenzen ergänzt), passive Prothesen (nicht ausschließlich kosmetisch), aktive Prothesen (Eigen- und Fremdkraft), Closed-Loop-System (hybride Systeme), Brain-Computer-Interface (erkennt Muster, liest keine Gedanken), Virtual Reality (neu gefasst), Sonar (Bezug zur Sonografie), Second Life (Startjahr; „populärste virtuelle Welt“ abgeschwächt), Multimediatechnik (Zuordnung von Sensorik und Machine Learning gestrichen), Biomarker (Beispiel Troponin). Zusammengefasst: die beiden Glossareinträge zu EEG.

Recht, Regulierung und Institutionen

Berichtigt nach den Quellen in der Literaturliste unten: GSAV (in Kraft seit 16. August 2019; der 9. August ist das Datum des Gesetzes), DVPMG (in Kraft seit 9. Juni 2021 statt „soll im Sommer 2021 in Kraft treten“; die beiden Glossareinträge sind zusammengefasst), Risikostrukturausgleich (Vollmodell, Regionalmerkmale und Risikopool seit 2021; die Erwerbsminderungsrente ist entfallen). Aus Fachwissen berichtigt oder ergänzt: DSGVO (die Einwilligung ist nicht die einzige Rechtsgrundlage; beide Glossareinträge zusammengefasst), Vertragsarzt (die Mitgliedschaft in der Kassenärztlichen Vereinigung folgt aus der Zulassung, sie ist keine Voraussetzung), CE-Kennzeichnung (Erklärung des Herstellers, kein Gütesiegel einer Behörde), Marktzulassung (zentrales EU-Verfahren; Unterschied zu Medizinprodukten), Medizinprodukt (MDR mit Geltungsbeginn und Risikoklassen), Selektivvertrag (nicht nur ambulante Leistungen), Compliance (zweite Bedeutung), Kontrahierungszwang (Basistarif der privaten Versicherung), Surveillance (Infektionsschutzgesetz, Robert Koch-Institut), OP EFRE.NRW 2014–2020 (das Glossar enthält keinen Text; das Beispiel DAST stammt von der ATLAS-Projektseite in der Literaturliste unten). Der Name des DVG lautet „Digitale-Versorgung-Gesetz“, nicht „Digitale-Versorgungs-Gesetz“.

Markt, Management und Innovation

Aus Fachwissen berichtigt oder präzisiert: KMU (Schwellenwerte: weniger als 250 Beschäftigte und zusätzlich Umsatz oder Bilanzsumme nicht über der jeweiligen Grenze), Agiles Projektmanagement (die Wertung, es sei ein nützliches Werkzeug für Wissensarbeiter, ist gestrichen), InsurTech (die Vermutung, Versicherungsmakler würden verschwinden, ist gestrichen), Return on Investment (Formel ausgeschrieben), Skalierung (Umsatz wächst stärker als die Kosten), Best Practices („evidenzbasiert“ ersetzt durch die Pflicht, die Übertragbarkeit zu prüfen), Patient Journey (auch zur Gestaltung der Versorgung), Feature (zweite Bedeutung), Design Thinking (Phasen), Value-Based Healthcare (Herkunft des Wertbegriffs), Lean Management (Herkunft), Scrum (Sprints und Rollen). Aus Fachwissen ergänzt, weil das Glossar keinen Text enthält: User Modelling.

Forschung, Evidenz und Gesundheitsökonomie

Aus Fachwissen berichtigt oder präzisiert: Evidenzbasierte Medizin (Wünsche und Werte der Patienten ergänzt, Wortwahl nach der Schreibregel dieses Glossars), randomisierte kontrollierte Studie (Vergleich auch mit der Standardbehandlung; Grund für die Zufallszuteilung), Meta-Analyse (statistisches Verfahren, Grenzen), Real World Evidence (Unterschied zu Real World Data), Mortalität (Abgrenzung zur Letalität), DALY (Gewichtung; „Lebensqualität einer Region“ gestrichen; im Glossar steht der Begriff mit dem Tippfehler „Disabilty“), Mutation (nicht nur spontan), Präzisionsmedizin (nicht nur genetische Sequenzierung), Validität (beide Glossareinträge zusammengefasst), Inter- und Intra-Beobachter-Variabilität (Beispiel), Kompressionsthese (Urheber und Jahr), Health Technology Assessment (Bewertungsaspekte, IQWiG), Gendermedizin (Beispiel Herzinfarkt), Outcome (präzisiert).

Gesundheitskompetenz, Prävention und Verhalten

Berichtigt nach der Pressemitteilung des Gemeinsamen Bundesausschusses: Screening (das Mammographie-Screening-Programm in Deutschland richtet sich an Frauen von 50 bis 75 Jahren, nicht „ab dem 40. Lebensjahr“). Aus Fachwissen berichtigt oder präzisiert: Verhältnisprävention (im Glossar steht versehentlich, „verhaltenspräventive“ Maßnahmen änderten die äußeren Rahmenbedingungen), Tertiärprävention (Folgeschäden und Rückfälle verhindern, nicht nur Rehabilitation), Salutogenese (Kohärenzgefühl), Nudging (Gestaltung der Entscheidungssituation ohne Verbote), Therapieadhärenz („geht einher“ statt „resultiert in“), Health Literacy (finden, verstehen, beurteilen, anwenden), Stigmatisierung (die drei Ebenen erklärt).

Pflege und Versorgungsprozesse

Ergänzt nach den Quellen in der Literaturliste unten: Entlassmanagement (Förderung digitaler Patientenportale nach dem KHZG; die Angabe, das Entlassmanagement sei mit dem KHZG „Ziel digitaler Transformation“ geworden, ist präzisiert), spezialisierte ambulante Palliativversorgung (Anspruch seit 2007, Anspruchsvoraussetzungen). Aus Fachwissen berichtigt oder präzisiert: Manchester Triage System (fünf Stufen; das MTS ist nicht „die Triage“), Indexerkrankung (Begleiterkrankungen müssen nicht aus der Indexerkrankung folgen), Komorbidität (die beiden Glossareinträge sind zusammengefasst), Rehospitalisierung (nicht nur Wiederaufnahme wegen derselben Diagnose), digitale Pflegedokumentation (sie ist nicht dasselbe wie die elektronische Patientenakte), Ambient Assisted Living (Sturzsensoren überwachen keine Vitalfunktionen), Frühgeborene (die Gewichtsklassen gelten für alle Neugeborenen; die Häufigkeitsangabe ohne Quelle und Bezugsjahr ist gestrichen), Dekubitus (Grad 1 präzisiert). Aus Fachwissen ergänzt, weil das Glossar keinen Text enthält: Rehabilitation.

Krankheitsbilder und Medizin

Berichtigt nach den Quellen in der Literaturliste unten: Autismus-Spektrum-Störung (Zusammenfassung zu einer Diagnose in der ICD-11; Stand der Kodierung in Deutschland), postpartale Depression („bis zu 15 von 100 Frauen“ und Abgrenzung zum Babyblues nach gesund.bund.de). Aus Fachwissen berichtigt oder präzisiert: Adipositas (der BMI misst den Fettanteil nicht), Glaukom (erhöhter Augeninnendruck ist der wichtigste Risikofaktor, nicht die einzige Ursache), neurodegenerativ (beim Glaukom gehen Nervenzellen der Netzhaut unter, nicht Sehzellen), subkortikal (das Kleinhirn gestrichen), Typ-1-Diabetes (Beginn in jedem Alter möglich), Insulin (Betazellen), chronische Krankheiten (nicht vor allem ein Problem der Industrieländer), Pharmakoresistenz (Definition der Internationalen Liga gegen Epilepsie), Hochfrequenz-Oszillationen (ein Quellenverweis aus dem Glossartext entfernt), Osteopathie (als Anspruch der Methode beschrieben, nicht als gesicherte Wirkung), Major-Amputationen (Gegenstück Minor-Amputation).

Literatur

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