Studienhandwerk
Effektiver lernen im Studium
Das ist Übungssache.
Es gibt einen Satz, den Studierende oft hören und irgendwann selbst sagen: „Ich bin eben kein Mathe-Typ.“ Oder kein Sprachentyp, keine, die sich lange konzentrieren kann, keiner, der Prüfungen abkann.
Dieser Satz klingt wie eine Feststellung über eine Person. Er ist aber die Beschreibung eines Ergebnisses — und Ergebnisse hängen daran, was man tut.
Das ist keine freundliche Behauptung, sondern der nüchterne Befund der Lernforschung: Was Sie an Ihrem Ergebnis tatsächlich ändern können, ist vor allem das Vorgehen. Ob Sie sich abfragen oder wiederlesen. Ob Sie verteilen oder alles auf den letzten Abend legen. Ob Sie erklären oder markieren. Zwischen diesen Wegen liegen keine Nuancen, sondern deutliche Unterschiede — und sie sind erlernbar.
Daher der Name. Studienhandwerk: kein Talent, kein Geheimnis, keine Typfrage. Ein Handwerk, das man lernt wie jedes andere — erst wissen, wie es geht, dann üben.
Warum es sich am Anfang falsch anfühlt
Ein Befund zieht sich durch fast alle dreißig Sitzungen, und er ist der tröstlichste von allen: Was wirkt, fühlt sich anstrengender an als das, was nicht wirkt.
Ein Kapitel zum zweiten Mal zu lesen fühlt sich gut an — der Text kommt einem bekannt vor, alles wirkt vertraut. Sich stattdessen ohne Unterlagen abzufragen fühlt sich mühsam an, stockend, manchmal beschämend. Gemessen wird trotzdem seit Jahrzehnten dasselbe: Das Zweite bringt viel, das Erste wenig.
Daraus folgt etwas, das viele nie gesagt bekommen: Dass es sich schwer anfühlt, ist kein Zeichen dafür, dass Sie es nicht können. Es ist häufig das Zeichen, dass Sie gerade das Richtige tun.
Wer das einmal weiß, hört auf, die eigene Anstrengung als Beweis gegen sich zu lesen. Das allein verändert mehr als jede Motivationstechnik.
Drei Kurse, dreißig Sitzungen
Was Sie hier nicht finden
- Keine Lerntypen. Die Vorstellung, man lerne besser im „passenden“ Kanal, gilt in der Forschung als widerlegt — nachzulesen in Sitzung 4 des Basis-Kurses, mit Quelle.
- Keine Versprechen über Zeitersparnis. Was hier steht, macht das Lernen wirksamer, nicht kürzer.
- Keine Motivationssprüche. Wo eine verbreitete Empfehlung der Prüfung nicht standhält, steht das im Text — auch dann, wenn sie schöner klingt.
- Keine Behauptung ohne Beleg. Jede Aussage nennt die Arbeit, auf die sie sich stützt, und die Grenze, jenseits derer sie nicht gilt.
Woher die Aussagen stammen
Hinter den dreißig Sitzungen stehen rund hundert Arbeiten aus der Lern- und Gedächtnisforschung. Jede Lerneinheit nennt ihre Quellen, jeder Kurs schließt mit einem Literaturverzeichnis.
Das gilt ausdrücklich auch dort, wo es unbequem wird. Wo ein bekannter Ratschlag in der Wiederholung nicht bestätigt wurde, steht es da — beim Mitschreiben von Hand, beim „Growth Mindset“, bei der Kurzübung gegen Prüfungsangst. Zwei viel zitierte Arbeiten wurden während der Entstehung dieser Kurse von ihren Zeitschriften zurückgezogen; auch das steht drin, mit Datum und Grund.
Das ist unbequem — und es ist der einzige Grund, warum Sie dem Rest trauen können.
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