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6 Sitzungen · kostenlos

Für die ersten Semester: wie Erinnern funktioniert, warum der Besuch der Lehrveranstaltungen zählt, wie Sie mitschreiben, sich konzentrieren, Ihre Woche planen und in Lerngruppen arbeiten.

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✅ Checkliste: die wichtigsten Punkte dieses Kurses
Sechs Sitzungen, ein Satz je Lerneinheit — zum Abhaken. Alles Weitere steht in der jeweiligen Sitzung.

Sitzung 1 · Wie Erinnern funktioniert
  • ☐ Ich rechne mit etwa vier Einheiten, die gleichzeitig ins Arbeitsgedächtnis passen — und bündele Stoff deshalb in Gruppen.
  • ☐ Ich wiederhole früh, weil der größte Teil des Vergessens am Anfang geschieht — nicht erst kurz vor der Prüfung.
  • ☐ Ich verwechsle „fühlt sich leicht an" nicht mit „ist verankert": Anstrengung beim Abrufen ist das, was verankert.
  • ☐ Ich beurteile mein Können erst nach einem Versuch ohne Vorlage, nicht beim Ansehen der Antwort.
  • ☐ Ich setze auf die zwei durchgängig wirksamen Techniken: sich selbst abfragen und verteilt lernen.

Sitzung 2 · Anwesenheit
  • ☐ Fehlen ist die Regel: Im Mittel liegt die Anwesenheit bei 75,20 Prozent, immer anwesend sind nur 3 bis 9 Prozent — und die Studien stammen fast alle aus dem englischsprachigen Raum, aus Deutschland nur eine (Schulmeister, 2015).
  • ☐ Anwesenheit und Prüfungsergebnis hängen eng zusammen: 149 von 158 Studien finden diesen Zusammenhang, die Meta-Analyse von Credé, Roch und Kieszczynka (2010) beziffert ihn auf r = .44 mit der Kursnote; bei Durden und Ellis (1995) wird er erst ab dem vierten versäumten Termin erkennbar.
  • ☐ Ob das Hingehen die Note verbessert, ist damit nicht entschieden — Gewissenhaftigkeit kommt als gemeinsamer Hintergrund in Frage; bei Conard (2006) bleiben trotzdem zusätzliche 7 Prozent der Unterschiede im Notendurchschnitt übrig.
  • ☐ Die genannten Gründe fürs Fehlen sind meist Krankheit und Müdigkeit; Nebenjob und weiter Weg erklären nach den Daten weniger als gedacht, konkurrierende Abgaben sind oft durch Aufschieben selbst erzeugt.
  • ☐ Ich verlasse mich nicht aufs Nacharbeiten: Nach den ZEITLast-Daten steigt das Selbststudium nicht, wenn die Veranstaltungszeit sinkt — wer nacharbeiten will, trägt die Zeit in dieselbe Woche ein. Meine Regel für jede Veranstaltung: höchstens drei versäumte Termine.

Sitzung 3 · Mitschreiben und ordnen
  • ☐ Nicht Papier oder Laptop entscheidet, sondern zwei Dinge: wie viel ich mitschreibe und in wessen Worten.
  • ☐ Im Mittel kommt nur ein Drittel der wichtigen Gedanken auf dem Blatt an, von den Einzelheiten 11 Prozent — meine Mitschrift ist eher zu leer als zu voll. Ich jage Begründungen, Einschränkungen und Beispiele, in eigenen Worten; wörtlich nur Formeln, Definitionen, Zitate.
  • ☐ Meine Mitschrift hat die Cornell-Aufteilung: rechts Notizen, links Fragen, unten Zusammenfassung.
  • ☐ Meine Fragen in der linken Spalte könnten so in einer Klausur stehen.
  • ☐ In vorhandene Folien schreibe ich hinein (56 statt 38 Prozent der Inhalte); bei hohem Tempo lasse ich Lücken — und gehe die schwierigen zwanzig Minuten ein zweites Mal durch (53 statt 38 Prozent).

Sitzung 4 · Konzentration
  • ☐ Ich plane einzelne Arbeitsabschnitte kurz — bis zum ersten Abschweifen vergehen im Mittel keine sechs Minuten.
  • ☐ Ich weiß: Das stumme Telefon auf dem Tisch kostet laut späteren Überprüfungen fast nichts — das Hinsehen kostet.
  • ☐ Ich vermeide Unterbrechungen, weil der Rückweg in die Aufgabe mehr kostet als die Unterbrechung selbst.
  • ☐ In der Lehrveranstaltung bleibt das Internet am Laptop aus, wenn ich es nicht für die Veranstaltung brauche: Gemessenes Surfen für andere Zwecke ging mit weniger Klausurpunkten einher (Ravizza u. a., 2017: r = −0,25, im Median 37 Minuten je Termin).
  • ☐ Ich treffe Vorkehrungen statt Vorsätze: Ablenkung soll einen Handgriff mehr kosten.
  • ☐ 25 bis 50 Minuten, eine klare Aufgabe, ein festes Ende — danach Pause weg vom Platz.

Sitzung 5 · Die Woche planen
  • ☐ Ich rechne damit, dass meine Zeitschätzung zu kurz ist — auch die pessimistische.
  • ☐ Ich formuliere Vorsätze als Wenn-dann-Plan: „Wenn [Situation], dann [kleine Handlung]".
  • ☐ Erst das Feste eintragen, dann die Lerntermine, dann Puffer — und zehn Minuten Rückblick je Woche.
  • ☐ Das Schwierigste kommt in meine beste Tageszeit; für schlechte Tage habe ich eine Liste kleiner Aufgaben.
  • ☐ Reißt der Plan: streichen statt schieben, Grund notieren, nächsten Plan kleiner machen.

Sitzung 6 · Lerngruppen
  • ☐ Kleingruppen lagen in der Prüfungsleistung vorn (d = 0,51) — gemessen an strukturierter Zusammenarbeit, nicht am gemeinsamen Sitzen.
  • ☐ Zwei Verluste kenne ich: unsichtbarer Beitrag senkt den Einsatz; getrennt sammeln bringt mehr Ideen als gemeinsam.
  • ☐ Fünf Bedingungen: positive Abhängigkeit, individuelle Verantwortlichkeit, fördernde Zusammenarbeit, soziale Fertigkeiten, Auswertung.
  • ☐ Wir erklären uns gegenseitig ohne Zettel — der Abruf ist der wirksame Teil.
  • ☐ Unsere Vereinbarung: drei bis vier Personen, fester Termin, verteilte Themen, vorher gelesen, im Termin erklärt und abgefragt.

Sitzungen dieses Kurses

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